Serviceintervalle: Großer Abstand spart nicht unbedingt Kosten

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Beim Kauf eines Autos sollten die Wartungskosten nicht außer Acht gelassen werden, da Wartungs- und Inspektionsintervalle manchmal unerwartete Kosten verursachen. Der Wartungsintervall ist nichts anderes als ein Zeitraum, an dessen Ende eine Wartung des Fahrzeugs durchgeführt werden sollte. Und dieser regelmäßige Fahrzeugcheck ist – genau betrachtet – genauso wichtig wie die persönliche Vorsorgeuntersuchung beim Arzt. Jeder Fahrzeughersteller schreibt regelmäßige Inspektionen am Automobil vor und legt die abzuarbeitenden Arbeiten je nach Modell, Motorisierung, Fahrzeugalter und Laufleistung verbindlich fest. Wer die Garantie seines Mobils nicht verlieren will sollte sich an die vom Hersteller vorgeschriebenen Intervalle halten.

Der technische Fortschritt hat die Abstände in denen Autos zur Wartung auf die Hebebühne müssen wachsen lassen. Klare Regeln dafür, wie noch in den 80er Jahren, gibt es allerdings nicht mehr. Moderne Wagen müssen immer seltener an die Box: Neue Teile und verbesserte Materialien dehnen die Wartungsintervalle immer weiter aus. Die Servicezeiten variieren zwischen Laufleistungen von 15.000 bis 30.000 Kilometer. Die meisten neuen Fahrzeuge verfügen über eine Wartungs-Intervallanzeige, die Laufleistung und Zeitpunkt der letzten Inspektion berücksichtigt, um den nächsten Wartungstermin zu errechnen. Normalerweise müssen die Autos bei einem bestimmten Kilometerstand gecheckt werden. Sofern das Fahrzeug nur selten bzw. wenig bewegt wird existiert jedoch noch eine zeitliche Komponente.

Wartungskosten können ein in der Anschaffung preiswertes Auto unter dem Strich verteuern. Zitiert der Hersteller den Wagen nach 15.000 Kilometer oder gar erst nach 30.000 Kilometer zum Fitnesscheck auf die Hebebühne? Alles Kosten, die auf den ersten Blick nicht zum Vorschein kommen.

Was sich dahinter verbergen kann, wissen die Experten von Audacon in Bad Mergentheim. Das europaweit agierende Unternehmen sammelt, verarbeitet und bereitet Daten und Informationen über Serviceintervalle sowie Arbeitszeiten für Wartungen und Instandhaltungen auf. Wie hoch die Geldbeträge für ausgewählte Modelle mit unterschiedlichen Wartungsintervallen sind die über den Tresen wandern haben die Bad Mergentheimer einmal näher ins Visier genommen. Hier handelt es sich um Kleinwagen und kompakte SUV bei einer Haltedauer von 72 Monaten und einer Gesamtlaufleistung von 90.000 Kilometer.Eigentlich könnte man meinen, dass, wer öfter zum Fitnesscheck geladen wird auch tiefer in die Tasche greifen muss, aber das ist nicht unbedingt der Fall. Die Schere der Inspektionskosten pro Monat bei den ausgewählten Kleinwagen klafft um etwas mehr als sechs Euro auseinander.

Einige Beispiele: Am kostengünstigsten ist in diesem Falle der Citroën C3 (bis 2010 angebotene Version) mit einem Serviceintervall von 30.000 Kilometer bzw. alle 24 Monate. Rund sechs Euro mehr pro Monat müssen dagegen die Piloten des Kölner Fiesta, der alle 20.000 Kilometer oder einmal pro in die Box muss, rechnen. Der japanische Kleinwagen (15.000 km/1 Jahr) dagegen ist pro Monat nur unwesentlich teurer als der Franzose.

Deutlich sind die Differenzen bei den kompakten Geländegängern. Als wahrer Kostenfresser bei den ausgewählten SUV-Modellen kristallisiert sich mit bei einem monatlichen Kostenfaktor von mehr als 32 Euro der Peugeot 4007 heraus, der übrigens alle 15.000 Kilometer oder einmal im Jahr zur Werkstatt muss. Rund 17 Euro weniger pro Monat beansprucht der japanische CR-V von Honda (20.000 km/1 Jahr). In der goldenen Mitte der Wartungskosten liegt der Nissan, der alle 30.000 Kilometer oder einmal pro Jahr in der Werkstatt vorstellig werden muss. Sein Eigner ist mit circa 24 Euro dabei. Wie gesagt – hier liegt eine mögliche Ursache für die Verteuerung eines Autos im Laufe der Zeit. Keine Überraschungen erlebt, wer die Wartungsintervalle und deren üblicherweise zu erwartenden Kosten schon bei der Anschaffung mit einkalkuliert.

Text: Ute Kernbach
Fotos: Hersteller

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