Autowartung: Außergewöhnliche “Boxenstopps”

Beitragsbild
Foto 1
Foto 2

Die Wartungsfreundlichkeit der Autos ist in den letzten Jahren immer besser geworden. Der vor vielen Jahren bekannte Einfahr-Check nach 2.000 Kilometern ist längst passé. Auch bei den Zahnriemen hat sich bei den neuen Automobilen einiges getan. Dieser Riemen synchronisiert Nockenwelle und Kurbelwelle und sorgt für die exakte Einhaltung der Steuerzeiten. Ein Riss durch Materialalterung kann zu einem kapitalen Motorschaden führen. Kostenpunkt: mehrere tausend Euro. Früher gab es Modelle, die nach einer Laufleistung von 40.000 bzw. 60.000 Kilometer zum Riemenwechsel auf die Hebebühne zitiert wurden. Heute sind diese Intervalle auf ein Vielfaches verlängert worden. Also bei einem neuen Auto kein Problem mehr.

Bei älteren Second-Hand-Fahrzeugen sollte man darauf ein Auge haben. Die genauen Angaben hierfür können der Fahrzeug-Betriebsanleitung entnommen werden. So muss beispielsweise ein Golf V (Foto) mit 1,4 Liter-Motorisierung aus dem Jahr 2007 nur alle 150.000 Kilometer diese Prozedur über sich ergehen lassen. Bei BMW- und Mercedes-Fahrzeugen wurde der Zahnriemen durch eine Steuerkette ersetzt und somit entfallen diese extra Stopps in der Werkstatt. Bei den anderen Marken, die noch nicht den Zahnriemen durch Steuerketten ersetzt haben – so die Audacon-Experten –, wurde das Zahnriemenmaterial zwecks längerer Haltbarkeit erheblich verbessert. Dies hat zur Folge, dass der Zahnriemenwechsel erst bei einer Laufleistung von weit über 100.000 Kilometer zum Zuge kommt. Die Folgekosten sollte man vor dem Kauf eines Automobils, wie beispielsweise Wartungs- und Inspektionsintervalle, auf keinen Fall außer Acht lassen. Zwar sind in den letzten fünf Jahren laut den Experten die Gesamtkosten für die Servicearbeiten relativ stabil geblieben, dies liegt jedoch daran, dass die Arbeitszeiten der normalen Servicearbeiten kürzer geworden sind. Aber genau im Bereich Folgekosten können manchmal unerwartete Kosten auf einen zukommen. Zitiert der Hersteller den Wagen nach 10.000 oder erst nach 30.000 Kilometer zum Fitness-Check in die Werkstatt? Alles Kosten, die auf den ersten Blick nicht zum Vorschein kommen.

Neben den für uns fast schon normalen Intervallen gibt es auch noch die außerordentlichen Boxenstopps, und welche Gefahren sich dahinter verbergen, gaben die Audacon-Experten aus Bad Mergentheim preis.
Heißt: Auch in Zeiten, in welchen man annimmt, dass die regelmäßigen Servicearbeiten bei Fahrzeugen durch die Hersteller auf ein Minimum begrenzt werden, gibt es doch Ausnahmen. So muss beispielsweise der Pilot eines Volvo S80 1,6D Drive nach 120.000 Kilometern den Partikelfilter erneuern. Die Erneuerung des guten Stücks beträgt insgesamt rund 775 Euro, aber wir wollen ja nicht ganz so übertreiben, schließlich hätte der Volvo-Pilot fast vierzehn Mal von Frankfurt bis zum Nordpol und wieder zurückfahren können. Aber nichts hält eben ein Leben lang.
Oder wer hätte gedacht, dass Suzuki seinen Swift 1,2 alle 45.000 Kilometer zum Erneuern von Schaltgetriebeöl und Kühlmitteln auf die Hebebühne ruft. Laut Audacon kostet das Ganze rund 85 Euro. Im Prinzip nicht viel, aber doch ein Betrag im (Haushalts-)Budget. In andere preisliche Dimensionen kommt da schon das Mercedes E 220 CDI Coupé mit Automatikgetriebe. Beim Kilometerstand von 50.000 heißt es für den Stuttgarter Selbstzünder Automatikgetriebeöl und Filter wechseln. Diese Arbeiten schlagen mit circa 290 Euro zu Buche. Etwas preisgünstiger wird es beim Ingolstädter Zweiliter A4 Selbstzünder mit Allradantrieb und DSG-Getriebe für rund 240 Euro, der zusätzlich alle 60.000 Kilometer auf die Hebebühne zitiert wird.

Pflegeleichter dagegen sind die reinen Elektroautos. Bei den Elektrolurchen entfallen Ölwechsel inklusive Ölfilter, Zündkerzentausch oder gar ein Zahnriemenwechsel komplett. Unerwartete Kosten fallen immer an, aber sofern man sich vor dem Kauf genauer über die Folgekosten informiert, umso weniger Überraschungen kommen diesbezüglich später auf einen zu.

Text: Ute Kernbach
Fotos: Hersteller

Scroll to Top