Buchtipp – Andrea Hackenberg: Abgeferkelt.

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Nein! Hier wird kein realer Wurstskandal aufgedeckt, der einem wieder mal den Appetit auf den Lieblingsbrotbelag verdirbt. Andrea Hackenberg geht ihr Buch komödiantisch an. Und wüsste man nicht, dass die gebürtige Berlinerin in Frankfurt lebt (www.andrea-hackenberg.de), könnte man vermuten, dies sei das Pseudonym eines britischen Komikers. Denn üblicherweise fallen bei denen Buchanfänge an wie dieser: Der Sarg hing schief. Auch sonst wird die Beerdigung, die am Anfang der Handlung steht, recht genüsslich beschrieben, so wie andere Leute von ihrem Ostseeurlaub erzählen.

Tatsächlich aber führt der Auftakt in die Ebenen des Lokaljournalismus, und wer da als Frau Karriere machen will, wird von den Machos der Redaktion erst mal getriezt. Wie schön, dass man der Neuen die ungeliebten, aber unvermeidbaren Termine zuschanzen kann. Zum Beispiel den bei einem Schweinezüchter.

Von ungefähr kommt die Parallele zum Britischen nicht, denn es gehört zu Andrea Hackenbergs klar formulierten Faibles. So nennt sie Jane Austen als ihre Lieblingsautorin, beim Thronverzicht Edwards VIII. für die Bürgerliche Wallis Simpson wäre sie 1936 gerne dabei gewesen. Wie viel vom ganz alltäglichen Wahnsinn in Abgeferkelt der Realität entspricht, bleibt aber offen. So ganz erfunden dürfte das alles nicht sein, vergleicht man Hackenbergs Vita mit ihrer Protagonistin. So lange man das nicht selbst durchmacht, sondern nur davon liest, ist es jedenfalls brüllend komisch.

Andrea Hackenberg: Abgeferkelt. Knaur Taschenbuch Verlag; 8,99 Euro. (Auch als E-Book).

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