Buchtipp der Woche – Biermösl Blosn: Tokio, Kapstadt, Hausen

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Christoph und Michael Well
Biermösl Blosn. Tokio – Kapstadt – Hausen. Bilder und Geschichten.
Kein und Aber Verlag; 19,90 Euro.

Bayern musikalisch = Karl Moik & Co, richtig? Richtig, aber unvollständig. Denn während LaBrassBanda gerade richtig durchstarten, hat sich eine andere bayerische Band jenseits der klassisch weiß-blauen Volksmusik in den Ruhestand verabschiedet. Und man reibt sich die Augen: Wie – jetzt schon? Durchaus, denn die Biermösl Blosn blicken auf 35 Jahre zurück. Keinen Tag weniger.

Ein vermeintlich harmloses musikalisches Kleid, darin Texte, dass es nur so donnert. Dafür standen die Musiker um Christoph und Michael Well. Bigotterie, Gier, Scheinheiligkeit – all sowas nahmen sie bitterbös aufs Korn, dass einem das Lachen schon mal im Halse stecken blieb. Dazu passt, dass ihre Langspielplatten erst mal über den Zweitausendeins-Versand und in dessen Läden zu haben waren, nicht im regulären Handel. Geschadet hat's nicht, die Lieder fanden auch so ihren Weg zu Hörerinnen und Hörern.

Zum Abschied haben Christoph und Michael Well die Bandgeschichte in Text und Bild festgehalten. Zu Wort kommen zahlreiche Weggefährten, darunter Gerhard Polt, von dem man ähnlich diplomatische Werke erwartet wie von Well & Co, darunter aber auch Alfred Biolek, dessen Sinn fürs Hintergründige manchen Kritikern entgeht, die ihn medial immer als kreuzbrav schmähten.

Und das Fazit? Jungs, wir werden euch vermissen. Auch wenn wir Verständnis dafür haben, dass irgendwann mal Schluss sein muss.

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