Buchtipp – Tom Hillenbrand: Letzte Ernte

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Ein Glas Wein, Rieslingspastete und danach ein Stück Quetschetaart mit Sahne – das schmeckt auch einem Sternekoch, zumal auf der Luxemburger Sommerkirmes. Ja, genau, wir befinden uns in dem Ländchen, das irgendwie krisenresistent zu sein scheint. Auch wenn's in der Nachbarschaft drunter und drüber gehen mag, in einem kleinen Land, in dem nicht nur der Wochenendtourismus blüht.

Ausgerechnet in diesem Umfeld gerät der frühere Starkoch Kieffer in einen Mordfall der mysteriösesten Art, und seine Freundin gleich mit. Und plötzlich heißt es: Lebensgefahr statt Kirmesgenuss.

Es ist das Spiel mit den extremen Kontrasten, das Hillebrands Krimis so reizvoll macht. Die besondere Aktualität dieses Falls – was geschieht, wenn Informationen wohin geraten, wo sie eigentlich nichts zu suchen hätten – für Kieffer hat der Autor sicher beim Schreiben noch gar nicht ahnen können. Aus ruhigen Zeiten mitten in eine Verschwörung hineingeraten, das ist schon totaler Nervenkitzel für den Leser.

Da ergibt sich dann nur ein Problem: Wir lesen im Glossar allerhand über luxemburgische Spezialitäten, und falls einem die Gänsehaut beim Lesen den Appetit nicht verdirbt, hat man mit einem Mal richtig, richtig Hunger. Zumal die luxemburgische Küche in ihren Ursprüngen einfach, deftig und delikat ist. Da sei ein Verweis auf das erste Kochbuch einer realen Kollegin von Kieffer erlaubt, die den Spezialitäten ihres Heimatlandes darin zu Recht viel Platz eingeräumt hat. Die Rede ist, Sie ahnen es, von Léa Linster. Bon appétit! Und das Glas Wein zum Entspannen nicht vergessen. Elbling, ein mild-trockener Weißwein, passt zu vielem.

Tom Hillenbrand: Letzte Ernte. Verlag Kiepenheuer und Witsch; 8,99 Euro.
Lea Linster: Einfach und genial. Mosaik Verlag; 24,90 Euro.

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