Test-Tour: Hyundai i30 cw

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Hyundai gehört zu den Importeuren, die der aktuellen Absatzkrise im Automobilsektor bisher am erfolgreichsten trotzten. Im Sommer des vergangenen Jahres erweiterten die Südkoreaner ihre aktuelle Modellpalette um die Kombiversion ihres Kompakt-Bestsellers i30, den i30 cw. Wir fuhren die Version mit dem 1.6 Liter großen und 128 PS starken Common-Rail-Diesel.
Kombis sind längst keine Limousinen mit angeflanschtem Gepäckteil für die Familie oder gar ein mobiles Transportgerät für den Handwerksmeister mehr. Kombis zeichnen sich quer durch die Industrie neben den erforderlichen Attributen wie Volumen-Kapazität, individuelle Gestaltung des Innenraums und jede Menge sinnvolle Ablagen für allerlei Krimskrams auch durch Eigenschaften aus, die man diesem Fahrzeug-Genre noch vor nicht allzu langer Zeit gar nicht zugestanden hätte. Ein Kombi sollte inzwischen auch einen sportlichen Lifestyle-Auftritt vermitteln, chic aussehen und die gleichen Fahreigenschaften aufweisen, wie eine Limousine aus dem gleichen Segment.
Da der i30 als südkoreanischer „Golf-Schläger“ auf Youtube längst zum Kultfahrzeug geworden war, lag die Messlatte für die neue Karosserie-Version von Beginn an hoch. Vielleicht liegt es auch an den deutschen Genen des Fahrzeugs, dass der i30-Kombi in seiner Gesamtheit ein rundum gelungenes Fahrzeug geworden ist. Seine Heimat ist das europäische Entwicklungszentrum des Herstellers in Rüsselsheim, wo der von BMW verpflichtete Chefdesigner Thomas Bürkle dem Fahrzeug eine besondere, eben eine eigene, Note gegeben hat. „Fluid sculpture“ nennen die Südkoreaner diese „sportlich-athletische“ (O-Ton Hyundai) Formensprache, die den i30 cw nicht nur für Familien, sondern auch für Gewerbetreibende interessant machen soll.

Die sogenannten klassischen Werte eines Kombis erfüllt der Hyundai i30 cw im Überfluss: Schon mit aufgestellten Rückenlehnen bietet das Gepäckabteil satte 528 Liter an Fassungsvermögen. Nutzt man dann alle Möglichkeiten der Raumgewinnung aus, kommt man auf 1642 Liter Transportabteil. Das hat keiner der Konkurrenten in diesem Segment zu bieten. Sinnvoll und durchdacht konzipiert ist die „Nutzfahrzeug-Philosophie“ des Wagens zudem: Unter dem aufklappbaren Ladeboden befindet sich nämlich weiterer Stauraum mit abgeteilten, separaten Aufnahmefächern.Hyundai wendet sich geschickt an seine Kunden-Klientel: Denn die Fünfjahresgarantie ohne Kilometerbegrenzung plus fünf kostenloser Werkstattchecks in diesem Zeitraum ist ein Anreiz, der bei der Kaufentscheidung durchaus Beachtung finden wird. Dies vor allem bei Leuten, die jeden Euro umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben und davon soll es ja inzwischen durchaus einige geben.

Im Interieur wirkt der i30 cw sehr geschmackvoll und zurückhaltend gediegen. Die Ausstattungsvariante „Style“ zeichnet sich ohnehin durch eine umfangreiche Serienausstattung aus. Im aktiven und passiven Sicherheitsbereich gehören dazu Frontairbags mit deaktivierbarem Beifahrerairbag, Seitenairbags, Vorhangairbags, ein Knieairbag auf der Fahrerseite sowie ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung. Ein sinnvolles Detail ist zudem das Bremslicht mit Notfallfunktion, das bei starker Verzögerung für das Einschalten der Warnblinkanlage sorgt. Außerdem serienmäßig an Bord sind der Schleuderschutz ESP, Nebelscheinwerfer, Klimaanlage und ein CD-Radio. Der common-Rail-Diesel mit 128 PS zeichnet sich durch großes Durchzugsvermögen in einem breiten Drehmomentband aus. Da ist zügiges Vorwärtskommen auf der Autobahn ebenso wie gefahrloses, kurz entschlossenes Überholen auf der Landstraße kein Problem. Wir kamen in unserer Testphase auf einen Kraftstoffverbrauch von 5,9 Litern im Drittelmix auf 100 Kilometer. In der Ausstattungsversion „Style“ kostet unser Testfahrzeug 25.360 Euro. Und nach 14 Tagen Testphase können wir auch das bestätigen, was VW-Chef Winterkorn im hinlänglich bekannten IAA-Video konstatierte: „Da scheppert nix“.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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