DTM-Saison 2013: Blutauffrischung für die “Formel 1 mit Dach”

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Neue Regeln, neue Fahrer, neue Teams, neue Strecken: Was sich jedoch nicht verändert hat vor dem Start in die neue DTM-Saison am kommenden Sonntag auf dem Hockenheimring (13.30 Uhr) sind die „eingefrorenen Autos“ der Saison 2012, die Faszination der Serie, das Duell der drei deutschen Premium-Marken Audi, BMW und Mercedes-Benz und das unheimlich dichte Fahrerfeld mit einer Vielzahl von Sieg- und damit auch Titelanwärtern. Gesucht wird in diesem Jahr der Nachfolger des Kanadiers Bruno Spengler, der 2012 sensationell den Fahrertitel für den damaligen Rückkehrer in die Serie, das Haus BMW, holte. Da den Münchnern auch noch gleich in einem Aufwasch der Triumph in der Marken- und Teamwertung gelang, heißt es in diesem Jahr in zehn Rennen im In- und Ausland: Zwei gegen einen. Oder: Alle gegen BMW.

Schon immer war die weltweit bedeutendste Tourenwagenserie ein gerne gesehenes „Auffangbecken“ für prominente Formel-1-Fahrer, die der Königsklasse des Motorsports den Rücken kehren wollten oder dies bereits getan hatten. Um nur ein paar Namen zu nennen: Jean Alesi, Mika Häkkinen, Ralf Schumacher, David Coulthard. Auch in diesem Jahr kommt eine Blutauffrischung für die DTM aus dem „Circus Ecclestone“. Und demzufolge hat jetzt auch die „Formel 1 mit Dach“ ihren Odenwälder in ihren Reihen. Was der F1 Sebastian Vettel, ist der DTM nämlich Timo Glock. Der ehemalige hessische F1-Pilot tritt für Titelverteidiger BMW im M3 DTM neben Spengler und Ex-Meister Martin Tomczyk als einer der „Speerspitzen“ an. „Die DTM ist eine großartige Herausforderung für mich, ich freue mich auf die neue Aufgabe, aber man sollte auch keine Wunderdinge gleich zu Saisonbeginn erwarten“, gab Glock nach den Tausenden von Testkilometern vor dem ersten Rollout zu Protokoll.

Während BMW seine Troika von sechs auf acht Fahrer aufgestockt hat, geht Mercedes-Benz den umgekehrten Weg. Die Stuttgarter setzen mit einem Sextett ihre Hoffnungen vor allem auf Vizemeister Gary Paffett. Dahinter folgt eine junges „Wolffs-Rudel“, (Durchschnitt 23 Jahre) von dem der neue starke Mann im Mercedes-Motorsport, Toto Wolff, in der Zukunft viel erwartet. „Wir fahren um Siege und um den Titel mit. Wir haben eine erfolgshungrige, junge Mannschaft, die unser vollstes Vertrauen hat.“ Benjamin der Schwaben ist der erst 18jährige Pascal Wehrlein. „Ich bin begierig darauf, meinen Traum zu leben“, gibt der Novize einen Blick in sein Innenleben vor dem Saisonstart frei.Bliebe noch Audi. Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich lässt verlauten, dass „wir mit der vielleicht besten Audi-Mannschaft aller Zeiten“ antreten werden. Jede Menge Erfahrung bringen nicht nur die Ex-Meister Timo Scheider und Mathias Ekström, sondern auch Mike „Rocky“ Rockenfeller mit. Die Ingolstädter haben im Winter sehr viel Aufwand betrieben, um nicht noch einmal so enttäuschend ab zu schneiden wie in der vergangenen Saison. Vom Konkurrenten Mercedes wechselte zudem der Brite Jamie Green zu den „Herren der Ringe“ in einen A5 DTM. Der Neue gibt sich angriffslustig: Ich komme eigentlich zum perfekten Zeitpunkt ins Team. Ich selbst bin auf dem Höhepunkt meiner Karriere und das Team gibt alles, um nach vorne zu kommen.

Am Regelwerk für die neue Saison wurde im Vorfeld geschraubt. So gilt neben den neuen Options-Reifen und der Möglichkeit, durch die Freigabe von DSR noch mehr Überhol-Möglichkeiten und dadurch Spannung auf der Strecke zu bieten, eine neue Boxen-Regelung: Die Fahrer dürfen 2013 in den ersten und letzten drei Runden eines jeden Rennens keinen Pflicht-Reifenwechsel absolvieren. Von den zehn Rennen in diesem Jahr finden vier auf Kursen im Ausland statt. Zum ersten Mal tritt die DTM, die ja auch ein Schaufenster der drei großen deutschen Premien-Marken ist, am 4. August auf dem „Moskau Raceway Circus“ vor den Toren der russischen Hauptstadt an. Denn im ehemaligen Zarenreich gibt es noch einen riesigen Absatzmarkt zu installieren oder zu manifestieren.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Hersteller

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