Erste Erfahrungen: Peugeot RCZ (2013)

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Irgendwie tanzt er schon ein bisschen aus der Reihe des Angebotes: Das nämlich besteht in erster Linie aus etlichen gelungenen Ausgaben des Kleinwagen-Segmentes, der Gattung Coupé-Cabrio, gepflegter Mittelklasse-Limousinen und auch eines wohl bestellten Nfz-Fuhrparks. Und dann so etwas: Ein reinrassiges Sportcoupé. Ein Fahrzeug, das den Anschein eines Panthers, der sich soeben mit muskulösem Hinterteil zum Sprung geduckt hat, erweckt. RCZ nennt das Haus Peugeot sein wohl Aufsehen erregendstes Derivat, dem ein gewisser Hauch an glamourösem Laufsteg-Gebaren nicht abgesprochen werden kann. Jetzt wurde der RCZ einer kosmetischen Schönheits-Operation unterzogen, die dem jugendlichen Beau gut zu Gesicht steht.

Keine Frage: In einem solchen Fahrzeug hätte man sich nicht nur eine Brigitte Bardot, sondern auch eine Catherine Deneuve, eine Isabelle Adjani als kapriziöse Wagenlenkerin vorstellen können. Aber RCZ-Zeit ist eben erst seit 2010. Und die zweite Runde wird erst 2013 mit einer Modellpflege eingeläutet. Was sie beinhaltet? In erster Linie eine überarbeitete Frontpartie, mehr Ausstattung und ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das im Vergleich zur Konkurrenz mit ähnlichen Modellen ein schlagkräftiges Argument sein kann.Auf den ersten Blick fallen bei dem tief geduckten und lang gestreckten, flachen Zweitürer die neuen Scheinwerfer und das serienmäßige LED-Tagfahrlicht auf. Oft schon wurde dem Sportler aus dem Land der Marianne, der wie eine mobile Einladung zum Besuch der Cote d’Azur anmutet, eine gewisse Wahlverwandtschaft zum Audi TT nachgesagt. Wobei allerdings gesagt werden muss, dass beider seitliche Silhouette gravierende Unterschiede aufweist. Der eher zur rundlichen Kugelform des TT neigenden Erscheinung steht der nur 1,36 Meter hohe und 4,29 Meter lange windschlüpfrige Bolide gegenüber. Puristen der Design- und Gestaltungsphilosophie werden da sicherlich ein abendfüllendes Gesprächsprogramm vorfinden.

Und noch ein Unterschied, der vor allem beim Blick in die Preisliste offenbar wird. Die Top-Variante des RCZ mit 200 PS kostet 34.400 Euro, die Diesel-Ausgabe mit 163 PS 33.040 Euro. Wer sich für den 156 PS starken Benziner entscheidet, kommt sogar mit 30.540 Euro hin. In diesen Kategorien wird beim (Ver)Kauf eines Audi TT nicht annähernd gedacht. Neben dieser extrem flachen Seitenansicht zeichnet sich der RCZ auch durch charakteristische Dach-Auswölbungen aus. Sie vermitteln nicht nur ersten Eindruck eines optischen Gags, sondern suggerieren auch bei groß gewachsenen Passagieren das Gefühl zusätzlicher Kopffreiheit.

Der RCZ macht nicht nur einen sportlichen Eindruck, er fährt sich auch so. Wobei sich natürlich je nach Motorisierung Leistungs-Unterschiede ergeben. Aber alleine die tiefe Sitzposition, die nur schwer einen akzeptablen Blick über den Lenkradkranz erlaubt, offenbart das Herz des Fahrzeugs. Gesteigert wird das Kart-Feeling noch durch den Turbo-aufgeladenen 1,6-Liter-Vierzylinder, der kräftig anschiebt. Flüssige Kurvendurchfahrten, sicheres Handling und das Spielen mit dem Leistungspotenzial des drehfreudigen Aggregats stehen für den Spaßfaktor mit dem französischen Kompaktsportler.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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