Techno Classica: Jubiläen und einzigartige Exponate bei der Oldtimer-Leitmesse

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Jubiläum eines besonderen viertel Jahrhunderts in Essen: Zur 25. Auflage der Oldtimer-Leitmesse „Techno Classica“ hat der Veranstalter noch bis zum Sonntagabend einzigartige Exponate aus der Geschichte des Automobilbaus zusammengetragen. Die „Techno Classica“ ist etwas für Freunde historischer Fahrzeuge, für Oldtimer-Zubehör, für Restauration „alter Schätzchen“, für Literatur und Kunst zum Thema. Sie ist aber auch ein Geschäftsparkett. Denn das Geschäft mit Oldtimern wächst stetig und beständig weiter. 147.000.000 Euro betrug im vergangenen Jahr laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und Verband der Automobil-Industrie (VDA) der Gesamtwert aller verkauften Oldtimer mit H-Kennzeichen (älter als 30 Jahre). Etwa 230.000 Fahrzeuge, die diese Auszeichnung für „historisches Fahrzeug-Kulturgut“ tragen, sind derzeit in Deutschland angemeldet. Das sind rund 0,5 Prozent am gesamten Fahrzeugbestand.

In insgesamt 20 Hallen und auf einem angrenzenden Freigelände werden bei der Jubiläums-Ausgabe zum Teil einzigartige Unikate aus der Geschichte des Automobilbaus gezeigt. Meisterstücke des Karosseriebaus etwa zeigt die Sonder-Ausstellung Automobile Masterpieces. Dort können die insgesamt etwa 180.00 erwarteten Besucher die klassischen Formen von wunderschönen Fahrzeugen namhafter Karosseriebauer der 1930er und 1940er Jahre bestaunen und bewundern. Diese Exponate, die zum Teil auch in historischen Filmen eingesetzt wurden und später von berühmten Künstlern oder gekrönten Häuptern ihr Eigen genannt wurden, gehören zu den elegantesten „rollenden Palästen“ der späten Vorkriegs- und Kriegsjahre.

Dazu zählen beispielsweise Modelle von Duesenberg, Talbot Lago, Bugatti oder Delahaye. Sie waren seit Anbeginn ihres Daseins seltene Schönheiten, die nur in ganz bescheidenen Stückzahlen gebaut wurden. Umso höher ist die Tatsache zu bewerten, dass einige dieser Masterstücke in Essen der breiten Öffentlichkeit noch einmal zugänglich gemacht werden können. Die Karosseriebauer jener Zeit erfüllten ihren finanzkräftigen Kunden natürlich auch noch ganz individuelle Wünsche. Vielen dieser wirklichen Unikate wurde ein ganz individuelles und kunstvolles Blechkleid geschneidert. So dürfen in den Essener Messehallen einmalige Coupés mit geschwungenen Formen oder stromlinienförmige Roadster bewundert werden, die es sonst nirgendwo auf der Welt bei ähnlichen Ereignissen zu sehen gibt.

Doch nicht nur die Techno Classica selbst, die mittlerweile fast auf das historische „H“ (Mindestalter 30 Jahre) zusteuert, feiert in diesem Jahr ein Jubiläum. Das gilt auch für etliche Aussteller oder Fahrzeuge. So zelebriert beispielsweise die britische Edelmarke Aston Martin ihren 100. Geburtstag und ist deshalb zum ersten Mal nach Essen angereist: Im Kreis der mitgebrachten „Schätzchen“ ist unter Anderem jener legendäre DB 5, mit dem James Bond alias Sean Connery 1964 gegen Bösewicht Gert Fröbe in „Goldfinger“ auf Verbrecherjagd ging. Das Haus Mercedes-Benz erinnert vor Ort mit zwölf Fahrzeugen an die Historie der luxuriösen S-Klasse, die teilweise ein ganzes Jahrhundert an fahrbaren Kreationen aufweist. Darunter ist etwa die luxuriöse Reiselimousine Mercedes-Simplex 60 PS, ein Reisewagen von 1904 aus dem Privateigentum von Emil Jellinek. Ein weiterer Glanzpunkt ist auch der „Prinz-Heinrich-Wagen“. Dieser sagenhafte Wagen ist eines von weltweit nur zwei Autos, das die mehr als 100 Jahre seit seinem ersten Renneinsatz originalgetreu hinter sich gebracht hat.

Eine Menge von Herstellern haben auf der Techno-Classica ebenfalls runde Geburtstage und nutzen diese zu Sonderschauen. Bei der schwäbischen Sportwagen-Schmiede Porsche dreht sich alles um den fünfzigsten Geburtstag des Erfolgsmodells 911. Ebenfalls aus dem Volkswagen-Konzern kommt der zweite Jubilar. Audi feiert 25 Jahre Audi V8 und 80 Jahre V8 Motoren, und zeigt deshalb unter anderem zwei Horch-Luxuslimousinen und einen Audi V8 quattro DTM.

Die versammelte Haute Couture des Automobilbaus präsentiert in diesem Jahr mehr als 2.500 Sammler-Fahrzeuge in 20 Hallen und einem angrenzenden Freigelände: Auch das eine bisher nie erreichte Zahl. Die Aussteller kommen aus Deutschland, aus Europa, aus Übersee. Aber die Techno Classica lockt eben nicht nur die staunenden Zaungäste, die sich an der Schönheit des Dargebotenen erfreuen. Sie ist auch Schauplatz von Offerten, von Angeboten, von Geschäften, bei denen in der Regel keine „Peanuts“ umgesetzt werden. Denn mit alten Autos, oder besser, deren Besitzern, ist Geld zu machen. Gutes Geld, immer öfter, immer mehr. Inzwischen, so die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), kostet in Deutschland ein Oldtimer im Durchschnitt 13.000 Euro. Das sind Preisregionen, in denen sich mancher Auto-Liebhaber ohne Bauchschmerzen bewegen kann und wird. Der preiswerteste und gleichzeitig auch einer der liebenswertesten seiner Art, den wir in Essen zum Auftakt gesehen haben war eine BMW Isetta für 7.000 Euro. Am anderen Ende der preislichen Fahnenstange ein Duesenberg für schlappe 900.000 Euro.

Die Messe ist noch bis Sonntagabend – jeweils von 9 bis 19 Uhr am Samstag und Sonntag nur bis 18 Uhr – geöffnet. Weitere Infos unter www.technoclassica-tickets.de.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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