Ciao, Matula: Ein Alfa-Fahrer und sein TV-Abschied

Beitragsbild
Foto 1
Foto 2
Foto 3
Foto 4

Zuerst eine Giulia, dann eine Giulia Super Nova. Es folgten ein Twin-Spark, ein GT-V, ein 156 und schließlich ein 159. Was sich liest wie ein Stück aus der Firmengeschichte des Hauses Alfa Romeo, ist die korrekte chronologische Auflistung der Fahrzeuge, die Deutschlands wohl bekanntester Privatdetektiv in mehr als drei Jahrzehnten über die Mattscheibe in deutsche Wohnzimmer fuhr. Ab Freitag dieser Woche ist Schluss damit. Dann wird der Schauspieler Claus Theo Gärtner, besser bekannt als Privatdetektiv Josef Matula, in der Fernsehserie „Ein Fall für zwei“ zum letzten Mal im Einsatz sein.

Nach mehr als 300 Folgen verabschiedet sich der chronisch geldklamme Schnüffler (im positiven Sinne, immer auf der Seite der Gerechtigkeit), den seine Ermittlungen regelmäßig in jene Ecken von Mainhattan führten, die moralisch integre Menschen nicht zu Unrecht als Sündenbabel empfanden. Nach mehr als drei Jahrzehnten stellt das ZDF seinen Freitagabend-Quotenbringer in dieser Woche ein. Claus Theo Gärtner hatte den Abschied von der Serie bereits im Vorfeld angekündigt. Er, der im April 70 wird, wollte sich unter anderem den Traum einer Weltreise gönnen.

Die Zuschauer werden sich mit ihm auf diese Reise freuen. Den TV-Abschied werden sie ebenso bedauern wie Alfa Romeo. Denn: Claus Theo Gärtner, der ein passabler Rallyepilot und Teilnehmer am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war, passte zum sportlichen Image der italienischen Traditionsmarke wie das Pesto genovese zu Spaghetti.Ein Alfista (im Plural Alfisti) war der gebürtige Berliner übrigens schon vor 1981, dem Jahr der Matula-Premiere. Und da die Frage, welches Auto der Privatdetektiv denn nun fahren sollte, bis zu Drehbeginn der ersten Folge entweder noch keines war, oder zumindest nicht gelöst worden war, soll der Mime seine private Giulia angeboten haben. Mit den Worten: „Dann nehmen wir doch meinen, bevor wir einen anderen haben.“ Gesagt, getan. Und so fuhr der Privatdetektiv Josef Matula von Beginn an mit einem Produkt der sportlichen Fiat-Tochter von Fall zu Fall durch die Mainmetropole.

Alfa Romeo selbst kam erst sehr viel später darauf, welche Bühne den eigenen Fahrzeugen da geboten wurde. Und fortan wurde aus den gebrauchten Alfas des Schauspielers eine Art automobiler Catwalk. Wann immer Alfa Romeo (ob GT-V, Giulietta, 156 oder 159) mal wieder eines seiner neuen Fahrzeuge präsentieren konnte (oder durfte), wechselte auch der fahrbare Untersatz des rustikalen Ermittlers. Matula, Alfa und der Advokat (Günter Strack als Dr. Renz, Rainer Hunold als Dr. Franck, Matthias Hermann als Dr. Voss und schließlich Paul Frielinghaus als Dr. Lessing: Die wurden im Laufe der drei Jahrzehnte Fernseh-Geschichte ein unzertrennbares Trio.

Darüber, wie die letzte Folge der Serie „Ein Fall für zwei“ am Freitag vor Ostern ausgehen wird, schweigt der Sender sich – natürlich – aus. Nur eines steht fest. Claus Theo Gärtner wird, auch wenn er den Matula nicht mehr geben wird, der italienischen Marke treu bleiben. Privat fährt er einen 159 mit Dieselantrieb. Und in der eigenen Garage soll er zudem einen Spider der ersten Stunde stehen haben. Es gibt schlechtere Gründe, um sich bei strahlendem Sonnenschein auf die Landstraße zu begeben…

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Fiat

Scroll to Top