Foto 1
Foto 2
Foto 3
Foto 4

Nachbars Technik-affine 5-8 jährige Buben halten auf offener Straße ein Meeting besonderer Art ab: Ist der silberne Pickup ein gutes Auto und guck mal: auf'm Tacho stehen 200 Kilometer in der Stunde, Mann ist der schnell.. Ja, er hat was, der Ford Ranger mit seinem hohen Bug, den breiten Backen vorne und hinten. Und unterm Auto rollt ein Fußball durch, ohne hängen zu bleiben. Das sind erste, markante Eindrücke, die was her machen. Athletisch breit insgesamt, hünenhaft hoch, bullig und doch elegant auf seine persönliche Art: eben der US-Amerikaner unter den Light Trucks in Deutschland. Und Ford weiß, was Männer mögen (und viele Frauen ebenso): Chrom und Gloria an den richtigen Stellen. Drei breite Querspangen aus diesem Material zieren die Kühlerfront und geben dem Ford -Logo einen würdigen Rahmen, Chrom satt bei den Außenspiegeln und dann noch der polierte Edelstahlbügel, der sich auf der Ladefläche ordentlich abstützt, um die Doppel- Kabine nebst Insassen zu schützen.

Ford bietet den Ranger in 5 Ausstattungsvarianten an: Basis, XL, XLT, Limited und Wildtrak. Dazu werden Dieselmotoren mit 6-Gang-Schalter oder 6-Gang-Automatik mit manueller Schaltkulisse angeboten. Leistungen der Triebwerke. Die 2,2 TDCi- Triebwerke aus der Duratorc- Familie liefern je nach Auslegung 125 oder 150 PS, ein Kraftmeier mit 3,2 Litern Hubraum und 200 agilen Rössern ergänzt das Angebot. Wer sich mit der ausschließlich via Heckräder angetriebenen Variante begnügt, darf sich mit 24.978,10 Euro bei den Kölnern einkaufen, die Allrad-Versionen starten mit 26.763,10 Euro und reichen bis 37.830,10, werden preislich noch getoppt vom Big Bang-Motor mit 200 PS und entsprechender Mehrausstattung, was dann bei 38.425,10 beginnt und bei 40.864, 60 in der Serienausgabe endet. Aufrüst- Möglichkeiten: durchaus vorhanden und angeboten, aber kaum mehr nötig. Unübersichtlich wird die Angelegenheit, wenn man seine Wahl auch nach der Nutzlast treffen möchte, denn da variieren nahezu alle Optionen unter einander in irrlichternder Vielfalt.

Vor uns steht der Ranger als XLT Limited. 2,2 Turbodiesel, 150 PS, 6-Gang Automatik. Innen nobles Leder, leicht genarbt. In flinkeren Ecken braucht sich der Pilot nicht am Volant festzuklammern: das erledigen Form und Materials des Sitzes und geben gute Sitzposition mit Lordosenstabilisierung als Erfolgsmeldung an den Fahrer weiter. Viel Höhe, viel Tiefe und satte Breite geben ein Raumgefühl fast wie im Konzertsaal: großzügig, fast schon luxuriös. Ideal für lange Strecken. Die Suche nach den wichtigen Bedienelementen fällt nur kurz aus: alles ist exakt dort, wo sich der nicht ganz unerfahrene Chronist das auch wünscht. Der Selbstzünder nimmt seine Arbeit sofort und willig auf, trotz 6 Grad unter Null, qualmt nicht, zickt nicht rum. Der Verbrauchstest kann beginnen. Standardstrecke ist die auch von anderen Nutzfahrzeugherstellern ob ihrer Vielfalt und Anspruchs gewählte Variante Kasseler Berge. 75 % Autobahnanteil, 20% Landstraßen, der Rest Ortsdurchfahrten. Alles zwischen Taunus und den Niederungen Niedersachsens. Recht kraftvoll schieben die 375 Newtonmeter an solange, bis die langen Autobahnsteigungen einfach nach einem Schluck mehr Hubraum verlangen: die bisher getesteten 2,5-Liter Diesel hatten da noch immer ein Eimerchen Leistungsreserve in petto. Sitzposition: ausgezeichnet und die lange Strecke hinterlässt keine Ermüdungserscheinungen beim Fahrdienstpersonal. Erste Testschleife: Reisetempo 80-110 km/h , je nach Situation, zweite Schleife: Tempo 115-130 km/h. Bei Außentemperaturen um die minus 5 Grad wurde auch die blendend arbeitende Klimaautomatik stark frequentiert. Trotzdem lagen wir auf die Gesamtdauer der Messzeit exakt bei 10, 803 Liter. In Anbetracht der strapaziösen Umstände sind die 1,4 Liter Mehrverbrauch gegenüber den Werksangaben marginal. Ansonsten versprechen weitere Werksangaben ein gutes Gefühl, das sich realisieren lässt: 3,35 Tonnen dürfen an den Haken für Hobby und Beruf, und die für Offroad- Freaks wichtigsten Angaben lauten: Wat-Tiefe 800 mm, 32 Grad Steigfähigkeit, was 71% Steigung entspricht, 232 mm Bauch- und Bodenfreiheit. Ist doch was. Oder?

Der Ranger: ein Spaßmobil mit ernst zu nehmenden Qualitäten, in Deutschland im US-Light-Truck-Look für die Fans der zuverlässigen Sherpas auftretend. Er macht sich gut.

Text und Bilder:Frank Nüssel / CineMot

Scroll to Top