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Dora Heldt: Kein Wort zu Papa.
Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv premium); 12,90 Euro.

Urlaub in Dänemark – mit Zuschuss vom Vater (ja genau, dem aus Urlaub mit Papa), aber eben auch mit Ines, der jüngeren Schwester? Noch bevor Christine sich mit dem Gedanken anfreunden kann, kommt alles anders: Sie wird auf Norderney gebraucht, um ihre Freundin Marleen in deren Pension zu vertreten. Marleen steckt in Dubai fest – und es sieht nicht so aus, als würden die dortigen Behörden sie allzu schnell wieder ausreisen lassen. Nun ist Christine keine sonderlich geübte Hausfrau, aber beruflich wie privat gerade in einer ausgesprochen blöden Sackgasse. Da kommt, bei allem Schrecken, den deren Hintergrund auslöst, die Bitte ihrer Freundin gar nicht so ungelegen. Und Ines kommt mit.

Kurz: Sie sind wieder da – die Protagonisten, die uns in Dora Heldts Urlaub mit Papa so ans Herz gewachsen sind. Mama und Papa ahnen, dass da auf Norderney manches nicht zum Besten steht. Und reisen an, im Gepäck lauter gut gemeinte Hilfsangebote, wobei das gut Gemeinte das Gegenteil des Guten ist. Inseljournalist Gisbert von Meyer ist so transusig wie eh und je, wittert aber hinter Christines Pensions-Aktivismus die ganz große Story und seinen eigenen Durchbruch als Sensationsreporter. Kurz, es mangelt nicht an Problemen. Und kaum haben Christine und Ines die eine Ladung davon bewältigt, tut sich vor ihnen die nächste auf – noch größer, noch verzwickter. Aber immerhin wächst der Mensch ja an seinen Herausforderungen.

Wie das alles ausgeht, sei nicht verraten. Versprochen sei aber ein herrliches Lesevergnügen. Denn während sie ihre Hauptfiguren in den Stress stürzt, entspannt Dora Heldt ihre Leserschaft umso mehr: Die fühlt sich beim Lesen ruckzuck in Urlaubsstimmung versetzt. Und die Stoßseufzer, die Christine mehrmals am Tag vernehmlich von sich gibt und dabei über ihr Leben und das Leben allgemein sinniert, wird man nur zu gut nachempfinden.

Dora Heldt heißt im bürgerlichen Leben anders. Wenn sie nicht gerade Bücher schreibt, ist sie mit Büchern unterwegs – als Verlagsrepräsentantin. Als Pseudonym für ihre schriftstellerische Tätigkeit wählte sie den Namen ihrer Großmutter. Nach Urlaub mit Papa und Tante Inge haut ab ist Kein Wort zu Papa ihr drittes Buch um allerlei familiäre Turbulenzen und Kalamitäten, die man nur mit einer guten Portion Humor erträgt – und erst recht nur so bewältigt.

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