Test-Tour: Mitsubishi Outlander 2,2 DI-D TC-SST

Foto 1
Foto 2
Foto 3

Wer Mitsubishi meint und dann auch noch das Wort „Allradler“ in den Mund nimmt, der meint in erster Linie den Pajero. Er war lange Zeit auch bei uns das Aushängeschild für Fahrzeuge, die auch vor harten Prüfungen im Gelände nicht zurückschrecken. „Wüstenkönigin“ Jutta Kleinschmidt verhalf dem Pajero vor mittlerweile fast zehn Jahren durch ihren historischen Sieg bei der Rallye Dakar zu Weltruhm.

Doch Mitsubishi und Allradantrieb, das ist weit mehr als nur der Pajero. Beispielsweise der SUV „Outlander“, den wir mit einem 156 PS starken 2,2-Liter-Dieselomotor fuhren. Der 4,66 Meter lange „Allwetterprofi“ ist eine stattliche Erscheinung und kein weichgespülter Softroader für ein bisschen Pfad und Wiese. Der Outlander vereint Transportqualitäten, viel Raum und Platz für seine Insassen mit ansehnlicher Geländegängigkeit. Auch wenn die Marke mit den drei Diamanten unterhalb des Outlander mit dem ASX jetzt noch eine etwas kompaktere Alternative in diesem Segment anbietet, so bleibt der zweckmäßige und robuste Outlander schon allein aufgrund seiner Ausmaße ein Fahrzeug, das in vielfältiger Weise beeindruckt und besticht.

Schon die hohe Sitzposition in dem großzügig bemessenen und wuchtig wirkenden SUV verleiht dem Fahrer das Gefühl, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein und im wahrsten Sinn des Wortes den Überblick zu behalten. Ein Alleinstellungsmerkmal des Outlander ist die zweigeteilte Heckklappe, deren unteren Teil man bequem auch als Sitzfläche nutzen kann. Ein Gepäckabteil von 541 Liter offeriert den Passagieren jede Menge Raum für Taschen, Koffer oder auch für Sport- und Freizeitgeräte. Für den Bedarfsfall steht sogar eine dritte Sitzreihe zur Verfügung, die allerdings nur wenig Kniefreiheit bietet und etwas umständlich zu händeln ist.

Das Interieur des Mitsubishi Outlander ist zweckmäßig und robust. Wer mit seinem Auto auch einmal abseits fester Pfade unterwegs sein möchte, der braucht kein Plüsch, sondern haltbare und widerstandsfähige Hartplastik. Wenn es im Gelände über Stock und Stein geht, kann der Allradantrieb mittels eines Drehknopfes in der Mittelkonsole zugeschaltet werden. Zudem gibt es eine so genannte „Lock“-Funktion, die die Antriebskraft in einem festen Verteilungsverhältnis von 50 : 50 auf beide Achsen reguliert.

Der 1,8 Tonnen schwere Outlander macht sowohl auf Asphalt wie auch auf unebenem Geläuf viel Freude. Er kann großzügige und komfortable Reiselimousine mit durchaus flotten Geschwindigkeiten sein, ist aber auch als robuster Gesell in Matsch und Schlamm ein zuverlässiger fahrbarer Untersatz. Unebenheiten federt das Fahrwerk gut aus der Straße heraus, wenn es über Autobahnen oder Landstraßen geht. Der hohe Aufbau des SUV führt allerdings in Extremsituationen auch zu unverkennbaren Wankneigungen.

Der Commonrail-Diesel unseres Testwagens schöpft aus 2.179 Kubikzentimeter Hubraum 156 PS und gewinnt ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern. Während der neue, 177 PS starke Diesel eine Mitsubishi-Eigenentwicklung ist, stammt dieses Triebwerk vom französischen Kooperationspartner PSA. Ein wirklicher Genuss war das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe TC-SST (Twin Clutch-Sport Shift Transmission), mit dem Kraftschluss ohne Zugunterbrechung und flüssige Gangwechsel angesagt waren. Zwei Steuermodi (Normal, Sport) können über einen kleinen Wahlhebel aktiviert werden. Das Doppelkupplungsgetriebe überlässt dem Fahrer die Wahl zwischen vollautomatischem und manuellem Schalten. Etwas überraschend in einem Fahrzeug dieses Segmentes die beiden Schaltwippen am Lenkrad, die jedoch unserer Meinung nach für leicht zu bedienenden zusätzlichen Komfort sorgen. Die Gangwechsel per Fingerkuppen sind jedenfalls wesentlich flotter als das Bedienen der Getriebefunktionen in einer zweiten Schaltgasse der Mittelkonsole.

Der Outlander macht auf festen asphaltierten Straßen genau so viel Freude als Reiselimousine wie auf glitschigem, verschlammtem Gelände-Untergrund. An technischen Voraussetzungen für genügend Traktion fehlt es jedenfalls nicht. Darunter fallen Ausstattungsdetails wie der permanente Allradantrieb Mitsubishi All Wheel Control (AWC) mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung wie auch die elektronische Stabilitätskontrolle MASC (Mitsubishi Active Stability Control) und die Traktionskontrolle MATC. Wir ermittelten im Testzeitraum einen Durchschnittsverbrauch von 7,6 Liter Dieselkraftstoff auf 100 Kilometer. Mitsubishi gibt als Höchstgeschwindigkeit 198 km/h an. Das Gepäckraumvolumen rangiert zwischen 220 und 1.690 Liter. In der umfangreichen Ausführung „Instyle“ kostet der Mitsubishi Outlander mit der von uns beschriebenen Diesel-Variante 41.690 Euro.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

Scroll to Top