Erste Erfahrungen: Mazda 5 (2010)

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In der hart umkämpften Welt der kompakten Vans müssen sich die Hersteller einiges einfallen lassen, um möglichst große Stücke vom Kuchen zu ergattern, der zur Verteilung an die kritische Kundschaft ansteht. Das Angebot ist vielfältig, kaum noch ein renommierter Hersteller kann es sich leisten, in einem Segment nicht vertreten zu sein, was einerseits durch praktische Nutzenvielfalt, aber andererseits auch durch einen ansprechenden optischen Auftritt wie auch durch wettbewerbsfähige Preisgestaltung überzeugt. Mit dem neuen Mazda 5 hat der japanische Autobauer die nächste Generation dieses an Gestaltungsmöglichkeiten reiche Auto auf den Weg gebracht. Und damit der Neue auch gleich richtig ins Auge fällt, hat Mazda mutig und mit harmonischer Ausgewogenheit die Vorgaben der Design-Konventionen verlasen.

Dynamisch über die gesamten Karosserie-Flanken verlaufende Wellenlinien, geben dem neuen Mazda im Vergleich zum eher biederen Vorgänger-Modell, das 2005 eingeführt worden war, einen Hauch von ungewöhnlichem Pfiff. „Nagare“ nennt der tief in japanischer Tradition verwurzelte Hersteller seine Formensprache, die eng mit der Natur verbunden ist. Das fließende, wellenförmige Design in Verbindung mit einer sich wohlgefällig in diese Proportionen einfügenden Front widerlegt die These, dass Familienfahrzeuge in erster Linie praktisch sein sollten und dass das Aussehen (wenn überhaupt) bestenfalls die zweite Geige spielt.

Mit viel Innovationsgeist geht Mazda nicht nur die äußere Erscheinung, sondern auch die Gestaltung des Innenraums und die Bedienerfreundlichkeit im Alltag an. Das Sitzsystem des neuen Mazda 5 mit Namen „Karakuri“ ermöglicht über Zugschlaufen ein völlig problemloses Umlegen der Sitze in der zweiten und dritten Reihe. In der Basisausstattung mit Namen Comfort sind fünf, in den beiden höherwertigeren Ausstattungsvarianten (Exclusive und Top) sieben Sitze serienmäßig. Im Vergleich zur ersten „5er“-Serie hat Mazda für zusätzlichen Sitzkomfort auf den beiden äußeren Plätzen gesorgt. Seitliche Schiebtüren sorgen für mehr Komfort bei Ein- und Aussteigen und bilden einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt bei mitfahrenden Kindern. Zwar gehörten sowohl die Schiebetüren wie auch das Sitzsystem zur ersten Generation des Mazda 5, doch beides wurde für die zweite Generation in vielfachen Details optimiert. So sind die Schiebetüren beispielsweise in der höchsten Ausstattungsvariante elektrisch zu öffnen.

Zum Marktstart in diesen Tagen stehen zwei Benzinmotoren als Antriebsquellen zur Verfügung: Ein 1,8er mit 115 PS sowie der neue Direkteinspritzer mit zwei Liter Hubraum und 150 PS. Im Mazda 6 arbeitet dieses Aggregat bereits mit fünf PS mehr. Die Kraft wird durch ein manuelles Sechsgang-Getriebe übertragen. Das konzerneigene Start/Stopp-System mit Namen i-stop steht für weitere technische Innovation. Den Durchschnittsverbrauch gibt der Hersteller mit 6,9 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer an. In wenigen Monaten soll ein Diesel mit 115 PS das Motorenangebot komplettieren.

175.000 Einheiten verkaufte Mazda von der ersten Generation dieses Fahrzeugs seit 2005 in Europa, 6.600 in Deutschland. Der Neue hat mit Sicherheit das Zeug, sich gegen die deutschen Platzhirsche wie VW Touran oder Opel Zafira zu behaupten. Einen „Segmentanteil von 4,4 Prozent“ fasst der Hersteller ins Auge. Die Preisliste beginnt bei 19.900 Euro und endet bei 27.890 Euro. Wer das Fahrzeug bis 31. Dezember diesen Jahres ordert, erhält einen finanziellen Bonus von 500 Euro.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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