Lexus: Der stille Abgang des SC 430

Foto 1
Foto 2

Er ging so leise, wie er gefahren ist: Der Lexus SC 430 wird in Deutschland nicht mehr angeboten. Damit verabschiedet sich ein moderner Klassiker aus dem Neuwagenmarkt. Das Cabrio mit dem charakteristischen Boattail-Heck kam Ende 2000 auf den Markt und sollte in Deutschland vornehmlich gegen den Mercedes-Benz SL antreten. Dazu setzte es auf Klappdach-Technik, die bewährte Antriebseinheit aus dem Lexus LS und viel amerikanischen Komfort.

Ein Sportler wollte der SC nie sein, trotzdem konnte man mit ihm schnell und auch sportlich fahren. Immerhin 210 kW/286 PS stellte der seidenweich laufende 4,3-Liter-Motor zur Verfügung, genug, um zügig bis zur üblichen Abregelgrenze von 250 km/h zu beschleunigen. Die Sechsgang-Automatik schaltete so weich, wie die Kunden es von den Lexus-Limousinen auch her kannten.

Seine Domäne war das gelassene Gleiten. Statt wie andere Sportwagen den Klang des Motors zu betonen, setzte Lexus auf ein besonders leises Auto, bei dem man auch bei geöffnetem Dach fast jederzeit die Pianissimo-Passagen klassischer Musik aus den Lautsprechern der HiFi-Anlage genießen konnte.

Mit einer Bauzeit von fast zehn Jahren avancierte der SC zum Klassiker im Lexus-Programm. Zuletzt entschieden sich aber immer weniger Käufer für das japanische Luxus-Cabrio. Das eingeschränkte Platzangebot – auf den Rücksitzen transportierte man am besten das zugehörige Kofferset, weil im Kofferraum das Klappdach untergebracht war – mag seinen Teil dazu beigetragen haben. In diesem Jahr wurden lediglich noch zwölf SC in Deutschland zugelassen – nur einer davon privat.

Zuletzt kostete der weitgehend vollausgestattete Luxussportler 74.650 Euro. Die einzigen lieferbaren Extras waren ein DVD-Navigationssystem für 3.800 Euro und Metallic-Lack für 1.050 Euro. Aus den Bestell-Listen ist der Klassiker verschwunden. Im Straßenbild war er ohnehin kaum erkennbar. Seit 2001 wurden europaweit nur rund 6.000 Einheiten verkauft. Das KBA fasst ihn unter Sonstige zusammen. Diesen Status teilt er sich mit noblen Mitbewerbern wie Rolls Royce oder Bentley Cabrios.

Text: Günter Weigel
Fotos: Lexus