Caravans: Mehr Sicherheit für Fahrer und Passagiere

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Es hat sich etwas – im direkten Vergleich zum Vorjahr – getan bei den rollenden Appartements auf unseren Straßen. Im Mittelpunkt: Die in Deutschland und ganz Europa besonders beliebten Klasse bis 3,5t zulässigem Gesamtgewicht, die mit dem normalen Pkw-Führerschein gefahren werden dürfen, stehen jetzt durchweg auf etwas leistungsfähigeren Reifen.

Die zuvor vielfach verwendeten Pneus der Dimension 195/75 R 15 C/CP mit dem Load-/Speedindex 109 Q machten Platz für die besseren Versionen mit der Einstufung R. Erstere sind zwar zulässig, bieten aber weniger Reserven für die immer leistungsfähiger gewordenen Basisfahrzeuge. Inzwischen sind 96 kW/130 PS Varianten die Standard-Motorisierung, die die zuvor weit verbreiteten Versionen mit 115 Pferdestärken oder weniger abgelöst haben. In der Erstausrüstung – ab Werk – werden beim führenden Hersteller Fiat für das Modelljahr 2011 in der Regel das schwarze Gold von Continental eingesetzt. Die Hannoveraner haben die in diesem Marktsegment lange führenden Pneus aus Frankreich abgelöst. Auch in den Reisemobilen selbst hält immer mehr Technik Einzug. Solarkollektoren oder Brennstoffzellen liefern mit Spannungswandler den Strom – wie zu Hause aus der Steckdose – für die Multimedia-Anlagen, die hier inzwischen zum guten Ton gehören. Oder für elektrisch absenkbare Hubbetten, die platzsparend über den Fahrersitzen eingebaut, die Kraftstofffressenden Alkoven-Modelle in absehbarer Zeit weiter verdrängen werden. Vollintegrierte (mit großer Frontscheibe) und Teilintegrierte (mit den Scheiben der Basisfahrzeuge) gewinnen von Jahr zu Jahr an Marktanteilen. Insgesamt kommen auf die Werkstätten in diesem Segment neue Herausforderungen zu, insbesondere durch die auch hier Einzug haltenden CAN-BUS-Systeme oder den Einsatz von Hybrid-Komponenten, die ebenfalls erstmals zu sehen waren. Systemtechniker und Elektroniker werden auch in diesem Marktsegment künftig viel Arbeit haben und die guten alten dicken Kabelbäume nach und nach verdrängen. Der Check und die Überwachung dieser Komponenten ist Sache und Aufgabe von Spezialisten, die permanent technisch auf dem neuesten Stand sein müssen, um mit dieser Entwicklung Schritt halten zu können.

Darüber hinaus ist bei den Basisfahrzeugen der Trend zur Standardisierung erkennbar: Der Fiat-Konzern hat mit den unterschiedlichen Varianten des Ducato und dem Iveco Daily für die meisten Reisemobilhersteller die passende Antwort. Und über große Stückzahlen auch einen in der Regel interessanten Preis. Dies geht zu Lasten der Wettbewerber, die sich ausgesprochen anstrengen müssen, wollen sie nicht weiter in der Breite an Boden verlieren. In der Spitze, am unteren Ende und bei Spezial-Anbietern gibt es zwar nach wie vor Nischen, aber mit denen die anderen renommierten Basisfahrzeug-Hersteller – Ford, Mercedes-Benz, Renault & VW – sich eigentlich nicht zufrieden geben sollten, denn auch hier belebt Wettbewerb – aber nur ohne halbherzige Schritte – das Geschäft.

Text und Fotos: Bernhard Schoke

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