Buchtipp der Woche (1)

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Friedhelm Rathjen: Von Get Back zu Let It Be. Der Anfang vom Ende der Beatles. Verlag Rogner und Bernhard; 19,90 Euro.

Um das Wieso-Weshalb-Warum der Beatles-Trennung gibt es bis heute Spekulationen, Überzeugungen und Deutungen. Was da ab dem 10. Januar 1969 während der Entstehung des Albums Let It Be – und des gleichnamigen Films – vor sich ging, hat Friedhelm Rathjen anhand von Archivmaterial hier rekonstruiert. Immer deutlicher wurden die Spannungen zwischen den Fab Four, die schließlich zur offiziellen Auflösung der Band im April 1970 – 15 Monate nach Beginn der Aufnahmen – führten.

Das alles ist über 40 Jahre her, warum ist eine solche Dokumentation überhaupt von Interesse? Weil die Beatlemania bis heute anhält, aus gutem Grund. John, Paul, George und Ringo haben die Popmusik richtig revolutioniert und seinerzeit neue, spektakuläre Möglichkeiten im Studio gründlich ausprobiert und ausgeschöpft. Sie haben sich was getraut. Gerade Let It Be steht dafür (eine eher puristische Version des opulenten Machwerks wurde erst vor wenigen Jahren veröffentlicht). Und wie nebenbei haben die Pilzköpfe auch gesellschaftlich ihre Wirkung erzielt: Unvergessen John Lennons Auftritt in Anwesenheit von Mitgliedern der britischen Königsfamilie, als er das Publikum zum Mitsingen aufforderte, aber denen da oben empfahl, einfach nur mit den Juwelen zu rasseln.

Friedhelm Rathjens Analyse legt eine ganz einfache Begründung für die Entscheidung nahe, getrennte Wege zu gehen: Die Luft war raus, die gemeinsame Zeit schlichtweg vorbei. Die Konsequenz daraus mag der unveränderten Beatles-Faszination mehr gedient haben als die Option, für viel Geld noch jahrelang uninspirierte, langweilige Songs abzuliefern.

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