Erste Erfahrungen: VW Sharan

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Auf dem angestrebten Weg zum weltweiten Branchenführer macht Europas größter Automobilproduzent Volkswagen offenbar keine Kompromisse und bricht auch mit lange gehegten Tabus. Um seine Fahrzeuge vom City-Car Fox bis zum High-Tech-Offroadfahrzeug Touareg dem Kunden möglichst schmackhaft zu machen, geht Wolfsburg mitunter auch neue Wege. Dies wird bei der jetzt eingeführten zweiten Generation der Großraumlimousine Sharan besonders deutlich. Der vor 15 Jahren in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Ford Galaxy in Portugal erst produzierte Van wird – der Alltagstauglichkeit und der größeren Sicherheit wegen – erstmals mit Schiebetüren ausgestattet. Fahrzeuge, die man „aufziehen“, statt „aufdrücken“ konnte, galten über Jahre und Jahrzehnte hinweg als Nutzfahrzeuge, als Handel- und Handwerker-Autos. Darüber hat sich VW jetzt hinweggesetzt um das zu erreichen, was VW-Entwicklungsvorstand Dr. Ulrich Hackenberg wie folgt umreißt: „Im neuen Sharan wollen wir das Beste aus zwei Welten schaffen.“

Dass vom „Besten aus zwei Welten“ vor allem Familien mit Kleinkindern profitieren sollen, geht alleine schon aus Größe und Konfiguration des langen Wolfsburgers hervor. Denn gegenüber dem nun in den Ruhestand geschickten Sharan der ersten Generation, dem dienstältesten Familienvan überhaupt, hat der Nachfolger in der Länge um ganze 22 Zentimeter auf 4,85 Meter zugelegt. In der Breite wuchs er um respektable neun Zentimeter auf 1,90 Meter. Da ist das aus dem Touran bereits bekannte automatische Einparksystem, das den „langen Kasten“ wie von Geisterhand selbst in die kleinsten Lücken fährt, natürlich wie geschaffen.

Der neue Sharan trägt das jetzt durchgängig eingeführte aufgefrischte Markengesicht des Hauses Volkswagen. Er ist auch von der gesamten optischen Anmutung, vom gestreckten und geglätteten Design her, jetzt deutlich mehr „Personenwagen“ als das bei dem noch eher kantigen Modell Mitte der neunziger Jahre der Fall war. Auch im Innenraum gibt es im „Sharan II“ für Papa, Mama und die Kids deutlich mehr Platz als bisher. Und das in vielfältiger, modulierbarer Form. Denn mitunter überflüssige Sitze (je nach Anzahl der mitfahrenden Personen) werden nach dem neuen Sharan-Konzept nicht mehr ausgebaut, sondern sie lassen sich praktischerweise einfach im Wagenboden versenken.

Die erstmals eingesetzten Schiebetüren sind nicht nur ein Sicherheitsfaktor im Umgang mit den Kindern, sie erleichtern auch allen Mitreisenden den Einstieg in den hinteren Bereich des Fahrzeugs, der wahlweise mit einer oder zwei Sitzreihen sowie fünf, sechs oder sieben Plätzen ausgestattet werden kann. Jede Menge Platz, wie es sich auch für ein solches Fahrzeug gehört, gibt es auch im Kofferraum. Das „Transportgewölbe“ fasst 711 Liter beim Fünfsitzer und lässt sich mit umgelegten Sitzreihen auf bis zu 2.297 Liter ausbauen. Die erhöhte Sitzposition bietet eine ausgezeichnete Rundumsicht, keine der Säulen des Chassis beeinträchtigt den Blick nach hinten oder zur Seite.

Unsere ersten Erfahrungen mit der neuen Großraumlimousine des Hauses Volkswagen ergaben vor allem eines: Dieser VW ist ein echter VW nicht nur beim ersten Blick auf das Gesicht, sondern auch beim Fahren. Ausgewogenes Fahrwerk, präzise Rückmeldung bei allen Lenkbewegungen, keine dem hohen Aufbau geschuldeten Wankneigungen. Auswahl und Verarbeitung der verwendeten Materialien und der technischen Sicherheits- und Komfort-Einrichtungen haben höchste Qualität.

Neben zwei Benzinern (150 PS und 200 PS) stehen auch zwei Dieselaggregate mit 140 PS oder 170 PS in den Ausstattungsreihen Trendline, Comfortline und Highline zur Verfügung. Gegen Aufpreis gibt es das Doppelkupplungsgetriebe DSG. Alle Antriebsaggregate erfüllen die Euro-5-Norm. Start-Stopp-System und Bremsenergie-Rückgewinnung helfen beim Spritsparen. Der neue Sharan passt nicht nur jungen Familien, er passt vor allem auch mit vielen Ausstattungsdetails aus den Bereichen Sicherheit, Komfort und Umweltschutz in unsere Zeit. Die Preisliste beginnt für den Trendline 2.0 TDI mit 140 PS bei 30.950 Euro. VW verspricht für dieses Modell übrigens einen Verbrauch von lediglich 5,5 Litern Dieselkraftstoff für 100 Kilometer.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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