Tour de France 2010 auf www.kues.de (1)

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Liebe Leserinnen!
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Es ist fast schon zu einem Markenzeichen dieser dreiwöchigen Frankreich-Rundfahrt geworden, dass sie nicht im Heimatland der Tour selbst, sondern auf fremdem Terrain beginnt. Zum dritten Mal in Folge ging es in diesem Jahr außerhalb der blau-weiß-roten Landesgrenzen los: Vor zwei Jahren London, im vergangenen Jahr Monte Carlo und 2010 Rotterdam. Der größte maritime Umschlagplatz der Welt als Startort für die größte Freiluft-Veranstaltung der Welt. Da treffen gleich zu Beginn der mehr als 3.000 Kilometer umfassenden (Tor)tour zwei Gigantismen aufeinander. Auch für uns und unseren Peugeot 3008, der uns quer durch das Land mit den Küsten zweier Meere (Atlantik und Mittelmeer) begleiten soll, wird wieder eine Ausdauerprüfung in vielfacher Hinsicht zukommen.

Eine Besonderheit auf den beiden ersten Teilabschnitten, die uns durch die Niederlande, Belgien und Nordfrankreich führen, sind die hier speziellen Straßenverhältnisse, oder besser gesagt, die Beschaffenheiten des Untergrunds, auf dem wir uns mit unserem Peugeot 3008 bewegen. Auf der Etappe von Wanze, das in der Nähe der belgischen Formel-1-Rennstrecke Spa-Francorchamps liegt, nach Arenberg Porte du Hainaut Richtung Atlantik kommt auf unser Fahrwerk eine besondere Belastungsprobe zu. In der gefürchteten „Hölle des Nordens“, wo der Radsport-Klassiker „Paris – Roubaix“ und die Flandern-Rundfahrt gefahren werden, geht es uns, unserem Auto und unserem Tour-Gepäck wie dem Lieblingsgetränk von Filmheld James Bond, einem Wodka-Martini: Wir werden „geschüttelt, nicht gerührt“. Und das ziemlich kräftig.

Die Strecke gerade an diesen besonders schwierigen und auch fiesen, gemeinen Teilabschnitten wird in jedem Jahr, wenn die Tour de France dort vorbeikommt, von Zehntausenden von Radsport-Fans gesäumt. Es sind aber nicht nur die runden, gepflasterten Straßen, die bei Regen auch noch schmierig und glitschig werden, sondern auch die typischen belgischen Betonplatten, die das Autofahren zum Tour-Beginn nicht gerade zum Vergnügen werden lassen. Kopfsteinpflaster, die mitunter tiefen Fugen und Ritzen dieser langen Platten sind auch nicht gerade schonend für die Radaufhängung und Gepäck und Fahrer werden ebenfalls nicht gerade sanft transportiert.

Der in den diversen Frankreich-Reiseführern meist so geschmähte, weil sehr industriell geprägte Norden der „Grande Nation“, hat aber auch seine Reize. Sicherlich, Städte wie Lille, Charleroi oder auch das wallonische Namur sind keine Perlen der Cote d’Azur wie Cannes oder Nizza, keine Metropolen wie „la capitale“ Paris, wie Bordeaux oder Lyon oder auch wie das verträumte und romantische Elsass. Aber auch der Norden bietet mit viel gotischer Architektur der teils Jahrhunderte alten Kathedralen und mit kleinen Flecken, an denen die Zeit fast spurlos vorübergegangen ist, durchaus seine Reize.

Frankreich – gleich wo – hat überall seine Reize. Man muss sie nur finden wollen.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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