Suzuki Swift startet in vierter Generation

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Tetsuya Ozasa ist nicht zu beneiden. Denn nachdem der Chefdesigner von Suzuki mit dem letzten Swift einen großen Wurf gelandet hat, waren ihm diesmal die Hände gebunden. „Wir wollten keine Revolution, sondern eine Evolution“, sagt der junge Japaner mit Blick auf die vierte Generation des Kleinwagens, die bei flüchtiger Betrachtung nicht einmal als halbherziges Facelift durchgehen würde. „Dabei ist alles neu“, sekundiert Chefingenieur Naoyuki Takeuchi: Plattform, Motoren, Fahrwerk, Innenraum – kein Teil haben die Japaner vom Vorgänger übernommen. „Doch warum sollten wir ein Erfolgsrezept ändern, immerhin ist der Swift unser bestes Pferd im Stall“, fragt Europa-Präsident Minoru Amano rhetorisch und erklärt damit, warum der neue genauso aussieht wie der alte: Der hat sich in weniger als vier Jahren über eine Million mal verkauft und ist so zum Sinnbild des erfolgreichen Japan-Kleinwagens geworden. „Seine Stärken wollten wir weiter entwickeln, wollten ihn noch besser und begehrenswerter machen“, sagt Takeuchi und bringt die Entwicklungsvorgaben auf einen einfachen Nenner: „Mehr Swift, das war unser Motto.“

Zwar muss man zweimal hinschauen, um neu und alt zu unterscheiden. Doch wirkt der kleine Flitzer jetzt noch kräftiger, muskulöser und sportlicher, weil die Kotflügel etwas weiter ausgestellt sind, Scheinwerfer und Rückleuchten etwas größer wurden und der Grill ein wenig mehr Charakter zeigt. Außerdem wächst das Auto im Radstand um fünf und in der Gesamtlänge sogar um neun Zentimeter. Das hat zwar keinen nennenswerten Einfluss auf die Platzverhältnisse, stärkt aber die Proportionen und lässt den nun 3,85 Meter langen Swift nun noch satter auf der Straße stehen.

Auch innen muss man den Fortschritt lange suchen: Zugegeben, die Instrumente zeugen von ein wenig mehr Liebe zum Detail, und die schmissigen Linien samt der neuen Zierelemente aus Chromimitat bringen ein wenig frischen Schwung ins Spiel. Doch bleibt es im Grunde bei der schlichten Plastikwüste des Vorgängers, der ein wenig mehr Mühe bei der Materialauswahl nicht geschadet hätte. Nichts zu meckern gibt es dagegen am Platzangebot. Vorn sitzt man sehr ordentlich und findet schnell eine bequeme Position. Hinten braucht man wie immer bei Kleinwagen einen verständnisvollen Vordermann, kann dann aber ebenfalls ganz ordentlich sitzen. Und der Kofferraum hat zwar eine hohe Ladekante, bietet aber immerhin rund 250 Liter Stauraum. Auch in dieser Disziplin kann sich der Swift sehen lassen.

Ging es beim Design um Sportlichkeit, so galt bei der Technik die Sparsamkeit als oberstes Ziel. Deshalb ist das Auto nicht nur 20 Kilogramm leichter als früher, sondern bekommt auch einen neuen Benzinmotor. Der Hubraum des Vierzylinder schrumpft um knapp zehn Prozent auf 1,2 Liter, doch Leistung und Drehmoment bleiben mit 69 kW/94 PS und 118 Nm nahezu unverändert. Dafür geht der Verbrauch um etwa 20 Prozent zurück und liegt nun bei 5,0 Litern. In einzelnen Varianten gibt es obendrein eine Start-Stopp-Automatik, die den Verbrauch weiter senkt. Noch sparsamer ist der nur im Detail überarbeitete Diesel mit 1,3 Litern Hubraum, 75 PS und 190 Nm, der bloß 4,2 Liter pro 100 Kilometer konsumiert.

Obwohl auf Effizienz getrimmt, taugen beide Motoren auch für ein paar Emotionen. Natürlich lässt sich der Möchtegern-Mini nicht ganz so flott durch die Kurven treiben wie das Original. Doch das Fahrwerk macht einen soliden Eindruck, die Lenkung ist hinreichend präzise und zumindest der Benziner hat genügend Elan: Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft er in gut zehn Sekunden, Schluss ist bei etwa 180 km/h. Und damit wollen es die Japaner nicht bewenden lassen: Nächstes Jahr kommt noch ein Sport-Swift, der nahe an 110 kW/150 PS kommen dürfte und dann womöglich auch eine standesgemäße Sechsgang-Schaltung bekommt. Damit ist das Entwicklungsprogramm aber noch nicht ausgereizt: Pünktlich zum Winter führen die Japaner auch wieder eine Allrad-Version ein. Und in Japan läuft der Swift als Plug-In-Hybrid bereits im Flottentest.

Ein Vierteljahr vor der Markteinführung im September sind die Japaner bei der Frage nach dem Preis noch ziemlich schmallippig. Doch große Sprünge sind in dieser Klasse kaum drin, räumt der Hersteller ein. Steht das aktuelle Modell noch für 12.700 Euro beim Händler, so wird der neue deshalb ebenfalls unter 13.000 Euro starten, deutet Suzuki an – und das, obwohl sieben Airbags und der Schleuderschutz ESP immer zum Standard zählen. Wenn dann etwas später noch ein Basismodell nachgereicht wird, könnte der Preis sogar unter 12.000 Euro sinken. Schließlich soll der neue Swift nicht nur auf der Straße eine ähnlich gute Figur wie sein Vorgänger machen – sondern auch in der Verkaufsstatistik.

Text: Spot Press Services/bb
Fotos: Suzuki

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