Test-Tour: Volkswagen Tiguan R-Line

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Wenn von SUV’s aus dem Haus Volkswagen die Rede ist, dann wird meist vom großen Touareg gesprochen, der auf den Offroad-Pisten dieser Welt Name und Nutzleistung des Wüsten-Dickschiffes mit Erfolg in die Welt getragen hat. Darunter aber gibt es noch ein Fahrzeug, das mitnichten die Rolle des vergessenen kleinen Bruders, des Familien-Anhängsels, spielt. Wir fuhren den VW Tiguan mit dem zwei Liter großen und 140 PS starken Diesel in der exklusiven R-Line-Ausstattung.

Der kompakte Allradler aus Wolfsburg kann alleine schon von der äußeren Anmutung her die Familienbande mit dem Touareg nicht verhehlen. Will und soll er ja auch nicht, ist es doch sein Auftrag, die Erfolgsgeschichte des Dakar-Siegers auf einer anderen Ebene weiter zu schreiben. Vor allem von der Frontansicht her nimmt sich der Tiguan in dominanter Art und Weise ein Beispiel am Touareg. Im Falle unseres Testwagens wird dies jedoch durch die progressiven und dynamischen Ausstattungselemente der „R-Line“ noch einmal individualisiert.

Dennoch kann er seine Zugehörigkeit zur Volkswagen-Familie nicht leugnen, was sich auch im Innenraum fortsetzt. Unterschiede zu Golf und Polo sind beispielsweise mit der ausladenden Mittelkonsole unverkennbar, doch der sportliche Offroad-Auftrag soll sich wohl auch hinter den Türen offenbaren. Das wiederum bedeutet: Volkswagen-Fahrer finden sich im Inneren nicht nur schnell zurecht, sondern sich auch wohl.

Trotzdem spricht allein schon die Armaturentafel eine andere Design-Sprache als zum Beispiel der Golf. Aufgesetzte Luftausströmer links und rechts an den A-Säulen sowie die Betonung der voluminösen Mittelkonsole mit gleich vier Ausströmern und einem großen Bildschirm zeigen, dass es sich beim kleinen Volkswagen-SUV um ein hochwertiges Fahrzeug mit anspruchsvollen Gelände-Genen handelt. Die erhöhte Sitzposition sorgt für einen exzellenten Rundumblick und untermauert zudem das Sicherheitsgefühl in dem kleinen Bruder des Touareg.

Die Sitze bieten einen sehr guten Seitenhalt, beim Einparken erleichtert die optionale Rückfahrkamera das Manövrieren. Das Fahrwerk des kleinen Offroaders hat durchaus Limousinen-Qualitäten. Die Lenkung arbeitet direkt, präzise und mit guter Rückmeldung von der Fahrbahn. Das führt zu einer dynamischen und sportlichen Fahrweise. Der Zwei-Liter-Diesel mit 140 PS erreicht sein maximales Drehmoment von 320 Newtonmetern ab 1750 U/min.

Zu erkennen ist die R-Line-Ausstattung an den Leichtmetallfelgen und einem 19-Zoll-Rad mit Reifen der Dimension 255/40 R19. Darüber hinaus ist der Tiguan mit dem R-Line-Ausstattungspaket „Exterieur an einer ganzen Reihe spezifischer Karosserie-Modifikationen auszumachen. Alle Karosserieteile wurden im Volkswagen Design parallel zum Gesamtfahrzeug entwickelt und deshalb besonders homogen in die Stilistik des neuen SUV eingearbeitet.

Zu den R-Line-Features zählen die im unteren Bereich neu gestalteten und in Wagenfarbe lackierten Stoßfänger, ein im hinteren Stoßfänger integrierter Diffusor (schwarz lackiert) und vorn ein Kühlerschutzgitter mit Doppellamellen in mattchrom. Serienmäßig kommen darüber hinaus Nebelscheinwerfer zum Einsatz.

In der Silhouette sorgen schwarze Radlaufverbreiterungen und die in Wagenfarbe lackierten Türaufsatzteile in der Optik von Seitenschwellern für ein noch markanteres Design. Zusätzlich unterstreichen Chromeinleger in den Türaufsatzteilen die sportlich-edle Anmutung des Tiguan.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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