Buchtipp der Woche (1)

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Robert Griesbeck: Gesund sein kann ja jeder. Überlebenshilfe für Hypochonder.
Knaur Taschenbuch Verlag; 9,95 Euro.

Die Statistik besagt, dass fünf bis zehn Prozent aller Patienten in den Allgemeinpraxen Hypochonder sind, also eingebildete Kranke. Einige von ihnen sind bewusste Hypochonder, sie tragen ihre Eigentümlichkeit mit einem gewissen Stolz, sind sich ihres Zustands durchaus bewusst und gehen nicht ohne Ironie damit um. Außerdem sind sie sich aber auch noch ein paar Tatsachen bewusst, die Hypochonder besonders auszeichnen: Hypochonder sind die besseren Menschen, denn sie sind so, wie wir uns alle unsere Mitmenschen erhoffen – aufmerksam, nachdenklich, unterhaltsam, kommunikativ, gebildet (wenigstens halbgebildet, aber mit großem medizinischem Basiswissen), eloquent, mit hoher Sozialkompetenz und mit tiefer Empathie für sich selbst. Sie kennen die neuesten Forschungsergebnisse der Medizin, stellen wichtige Selbstuntersuchungen und Experimente mit sich an, erhöhen das Bruttosozialprodukt durch vermehrten Arzneimittelbedarf und vehemente Selbstmedikation. Und sie haben immer einen guten Rat parat. Außerdem kennen sie jede Menge Ärzte, die ohne sie dichtmachen könnten. Sie gehen mehrfach wöchentlich zum Arzt, klagen wiederholt über wechselnde Symptome, aber für ihre Beschwerden gibt es keinerlei Krankheitsbefund.

Der Münchner Robert Griesbeck bricht mit diesem Buch eine Lanze für eine oft belächelte und selten ernst genommene Spezies. Und er bietet einen umfassenden Test zum Thema, den jede(r) selbst an sich durchführen kann.

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