Rallye Dakar: Dreifach-Triumph für Volkswagen

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El Matador Carlos Sainz am Ziel seiner Träume. Es war ein deutsches Duell auf dem fernen südamerikanischen Kontinent und es endete wie im vergangenen Jahr: mit einem Erfolg der Volkswagen-Werksmannschaft. Rallye-Legende Carlos Sainz hat sich im Alter von 47 Jahren einen Traum erfüllt und zum ersten Mal die schwerste Marathon-Ausdauerprüfung über Stock und Stein gewonnen, die Rallye Dakar: Ein Jahr nach dem Triumph des Südafrikaners Giniel de Villiers mit seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz triumphierte der Spanier, der seit 2005 für das Team von VW-Sportdirektor Kris Nissen fährt vor seinem Teamkollegen Nasser Al Attiyah im dieselgetriebenen Race Touareg 2.

Mit seinem Landsmann Lucas Cruz als Co-Pilot war El Matador, wie er von der Konkurrenz mit Respekt und Ehrfurcht genannt wird, nach insgesamt 14 schweren Etappen um ganze eineinhalb Minuten nach fast 10.000 Kilometern quer durch Argentinien und Chile schneller. Ein Wimpernschlag nur durch die Sanddünen und wilden Pisten der Anden und der Atacama-Wüste.

Für Volkswagen aber erneut der so dringend benötigte Gesamterfolg, um die Produktqualität des Touareg und des Selbstzünder-Antriebs erneut der gesamten Welt vor Augen zu führen. Hinter Al Attiyah und seinem deutschen Navigator Timo Gottschalk sorgte das US-amerikanische Duo Mark Miller/Ralph Pitchford im dritten Race Touareg den Dreifach-Erfolg der Wolfsburger Werksmannschaft. Die Ränge vier und fünf gingen an die beiden BMW-Einsatzfahrzeuge von Sven Quandt, Dakar-Rekordsieger Stéphane Peterhansel und Guerlain Chicerit im X3 CC.

Mit dem Dakar-Sieg habe ich mir einen langen Traum erfüllt. Von mir fällt jetzt ein großer Druck ab, denn das Duell um diesen Erfolg war extrem hart sowie physisch und psychisch enorm anstrengend, sagte der Spanier nach der Zielankunft. Ich bin unendlich froh, dieses Ziel erreicht zu haben, nachdem ich bereits mehrfach nah dran am Sieg war. Für mich lief alles perfekt: Mein Beifahrer Lucas Cruz hat einen herausragenden Job gemacht, technisch lief der Race Touareg wie ein Uhrwerk und die gesamte Volkswagen-Mannschaft hat hart für den Sieg gearbeitet. Danke dafür.

So knapp am Dakar-Sieg vorbeigeschrammt zu sein, ist natürlich einerseits bitter, sagte Al-Attiyah. Doch bei Volkswagen habe ich andererseits die Chance bekommen, meinen Dakar-Traum bis zum Ende leben zu können und bin dafür dankbar. Carlos Sainz ist ein verdienter Sieger und ein wahrer Champion. Platz zwei hinter ihm ist ein großartiges Ergebnis. Jetzt freue ich mich schon darauf, ihn bei der kommenden Dakar herauszufordern. Bis zuletzt blieb die Rallye Dakar, die über 9.000 Kilometer durch Argentinien und Chile führte, spannend. Mit einem Polster von 2.48 Minuten ging Sainz vor seinem Teamkollegen Al-Attiyah in die letzte Etappe. Eine Stallorder von VW gab es nicht.

Was aus der Wüstenrallye, die im vergangenen Jahr wegen massiver Terror-Drohungen auf dem afrikanischen Kontinent zum ersten Mal in Südamerika ausgetragen wurde, in Zukunft werden wird, ist ebenso unklar wie das weitere Engagement von Volkswagen. Ob die Dakar 2011 wieder auf dem schwarzen Kontinent gefahren wird, ob die Wolfsburger dann noch dabei sein werden, oder ob sich dann andere Ziele abzeichnen werden, das alles wird sich erst in den nächsten Wochen oder sogar Monaten abzeichnen und klären.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Volkswagen

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