Rallye-Dakar Argentinien: Harte Woche mit ungewöhnlichen Ereignissen

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Es war eine harte Woche mit ungewöhnlichen Ereignissen, Ausfällen, Unfällen und überraschenden Teilergebnissen. Dem nach 3 Tagen führenden Stephane Peterhansel kam die hintere Kardanwelle abhanden, sodass er die über 600 Newtonmeter Drehmoment seines bärenstarken X-Raid BMW X3 CC nur über die Vorderachse auf Sand und Schotter bringen konnte. Der Ausfall von Nani Roma war für das Team ein herber Verlust, aber im Franzosen Chicherit, mit Tina Thörner unterwegs, hat sich ein vollwertiger Mitstreiter um die Spitze installiert. Peterhansel/Cottret liegen mit Tagessieg am Tag nach der Pause auf Rang 4. Von den ehemals 5 VW-Werkswagen bestreiten 3 zur Zeit die enge Spitze.Wir sprachen mit Sven Quandt, dem Teamchef von X-Raid und einem seiner Fahrer: Stephane Peterhansel, am Samstag, dem Ruhetag, per Satellitentelefon:

Kues.de
Sven, wie sind die Vorbereitungen und die erste Woche der Argentinien-Dakar gelaufen?

Sven Quandt:
Die Vorbereitungen in Technik und Logistik verliefen ähnlich wie zu Zeiten der klassischen Afrika-Dakar. Nur mit dem Unterschied, dass wir schon am 26.11.2009 ab dem französischen Hafen Le Havre verschifft werden mussten, also mehr als 4 Wochen vor dem eigentlichen Start in Buenos Aires. Das hatte jedoch den Vorteil, dass ich einem Großteil des Teams frei geben konnte, um Urlaub zu machen und sich für den anstrengenden Südamerika-Trip zu stärken.

Kues.de:
Im zweiten Jahr der Veranstaltung lassen sich aus Ihrer Sicht doch schon erste Hauptunterschiede zur Afrika-Dakar feststellen.

Sven Quandt:
Der Hauptunterschied liegt bei zahlreichen Wertungsprüfungen in den enormen Höhenunterschieden. Nicht nur während der ganzen Veranstaltung, sondern auch am selben Tag. Wir fahren hier Rennen auf 3.000 Metern Meereshöhe, manche Pässe gehen bis über 4.000 Meter hoch. Das geht an die Leistung bei Mensch und Maschine.

Stephane Peterhansel:
Ich bin von der Power des Motors begeistert, der sogar in diesen Höhen immense Leistungen bringt.

Kues.de:
Welche Strategie verfolgt das X-Raid-Team für die zweite Hälfte der Veranstaltung?

Stephane Peterhansel:
Wir werden unser Bestes geben, schließlich waren unsere bisherigen Tages-Gesamtsiege ein blendender Auftakt. OK, wir hatten mal kurz aber heftig Pech, sind aber wieder dran an der Spitze. Aber richtig: Aufs Treppchen will ich durchaus und ernsthaft, zumal ich ja schon einige Tage das Gesamt-Klassement angeführt hatte.

Sven Quandt:
Unsere Strategie ist recht einfach: Durch ständig gute Zeiten oder gar Bestzeiten den Rückstand auf die Spitze aufzuholen und Zeit auf die Führung gut zu machen. Alles ist noch offen und gewonnen hat erst der, der als Erster in Buenos Aires ankommt. Bis dahin kann sich noch so manches ereignen.

Kues.de:
Welche Endziele haben Sie für sich und das Team abgesteckt?

Sven Quandt:
Mindestens ein Auto unter die Top 5 und Leonid Novitzkiy mit Andy Schulz unter die Top 10.

Kues.de:
Herzlichen Dank an Sie und das Team und weiterhin gutes Gelingen.

Hintergrund: Volkswagen stellt das einzige Voll-Werksteam mit ursprünglich 5 Race-Touaregs. Weitere Teams, die um die Spitze mitfahren können: 2 Ex-Werks-Mitsubishi, 2 Ex-Werks-Nissan und 3 X-Raid BMW 3 CC, allesamt privat aufgebaut, finanziert und an den Start gebracht.

Interview und Foto: Frank Nüssel

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