Fahren bei Nacht: Gutes Sehen sorgt für Sicherheit

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Nachts geht es rund auf deutschen Straßen. Im Jahr 2008 passierten auf Deutschlands Straßen 85.401 Unfälle mit Personenschaden in den dunklen Tagesstunden. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nachts 1.722 Personen getötet und 111.681 verletzt. Oder anders ausgedrückt: Jeder vierte Verkehrsunfall in Deutschland mit Personenschaden ereignete sich 2008 bei Nachtfahrten. Und über ein Drittel der bei Verkehrsunfällen Getöteten verunglückten während der Dämmerung oder bei Dunkelheit. Zwar sind auch hier wie bei Tagfahrten die Unfallzahlen rückläufig, doch ziehen die Unfälle nachts im Vergleich zu Unfällen am Tag deutlich schwerere Folgen nach sich. Während am Tag bei 1.000 Unfällen mit Personenschaden zwölf Personen getötet werden, steigt die Zahl der Getöteten bei Nacht auf 20 pro 1.000 Unfälle mit Personenschaden. Die Ursachen für diese höhere Unfallschwere sind vielfältig. Insgesamt findet in den Nachtstunden ein deutlich höherer Anteil an Freizeitverkehr statt. Dies spiegelt sich auch im Unfallgeschehen wider. Der Anteil der jungen Erwachsenen an allen Unfallbeteiligten ist nachts deutlich höher und Unfälle, bei denen einer der Beteiligten unter Alkoholeinfluss stand, treten wesentlich häufiger auf. Außerdem passieren nachts mehr Unfälle außerorts, wo schneller gefahren wird als innerorts. Die höheren Geschwindigkeiten tragen zu einer Erhöhung der gesamten Unfallschwere bei Nachtunfällen bei.

Neben Alkohol und nicht angepasster Geschwindigkeit gehört – so banal es auch klingt – das eingeschränkte Sehvermögen zu den Hauptursachen von nächtlichen Verkehrsunfällen. Der Autofahrer nimmt rund 90 Prozent seiner Informationen über das Auge auf. Damit wird die Dunkelheit zum Engpass bei der visuellen Datenverarbeitung und die Handlungszuverlässigkeit bei Nachtfahrten ist aufgrund von Informationsdefiziten daher geringer. Mit der Folge, dass andere Verkehrsteilnehmer oder Hindernisse erst spät erkannt werden. Licht unterstützt dagegen die direkte menschliche Wahrnehmung. Leistungsstarke Scheinwerfer tragen daher zur Verkehrssicherheit bei Nacht bei. Im Vergleich zu herkömmlichen Halogenleuchten ist die Lichtausbeute bei Xenonlicht deutlich höher. Moderne Licht-Assistenzsysteme erkennen zudem unterschiedliche Straßenbedingungen wie Autobahn oder Landstraße und passen sich automatisch den verschiedenen Anforderungen an. In einer Untersuchung von 2007 stellt der TÜV Rheinland fest, dass bis zu 18 Prozent weniger Verkehrstote auf deutschen Straßen möglich wären bei der Umstellung aller Fahrzeuge auf Xenonlicht. Der DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) appelliert daher an die Autofahrer, beim Autokauf in moderne Scheinwerfer als Sicherheitselement zu investieren.

Text: Elfriede Munsch
Foto: DVR

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