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Fritz H. Dinkelmann: Die Kanzlerin. Lenos Verlag; 24,90 Euro.

Es ist Sommer. Von Wärme im übertragenen Sinne ist im Berliner Kanzleramt allerdings sehr wenig zu spüren. Ein gelangweilter Redenschreiber surft im Internet und lernt dort Frau Male kennen. Die Affäre ist anonym und hemmungslos. Die Hitze treibt aber auch andere seltsame Blüten: Die Gruppe Cookie & Co vertreibt sich die Zeit mit immer gefährlicher wirkenden virtuellen Spielen.

Wahlen stehen bevor, und es gibt konkrete Hinweise auf einen geplanten Terroranschlag. Trotzdem bereiten einige Kabinettsmitglieder einen Ausflug in die Schweiz vor. Die Kanzlerin schliesst sich dieser Reisegruppe an, die mit der berühmten Seilbahn auf den Säntis fahren will, um dort bei einem Treffen mit Mitgliedern der Schweizer Regierung das angespannte Verhältnis zwischen den beiden Ländern etwas zu lockern.Doch die virtuellen Spiele im Internet realisieren sich, und es kommt zu einem Geschehen, das die Welt erschreckt.

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind – natürlich – zufällig, aber Parallelen zur politischen Wirklichkeit lassen sich mit etwas Phantasie durchaus ziehen. Fritz H. Dinkelmann hat hier nicht nur einen spannenden Roman geschrieben über etwas, was so geschehen könnte, aber hoffentlich nicht geschehen wird. Er wirft zugleich die Frage auf, wie viel Macht die vermeintlich Mächtigen heute noch haben. Und gibt mit seiner Antwort wenig Grund zum Optimismus.

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