Autodiebstahl: Nord-Süd-Gefälle erkennbar

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Autobesitzer sind in Berlin besonders gefährdet. In der Bundeshauptstadt werden – gemessen am Fahrzeugbestand – die meisten Pkw gestohlen. Das geht aus der aktuellen Untersuchung zum Autodiebstahl des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Demnach wurden im Jahr 2008 in Berlin pro 1.000 zugelassene Fahrzeuge 2,6 entwendet. Bundesweit gab es insgesamt 16.134 Pkw-Diebstähle. In der Bundeshauptstadt gebe es laut Insider eine regelrechte Klau-Mafia, die es auf Luxus-Limousinen – Porsche, BMW, VW, Audi und Mercedes-Benz abgesehen hat. Die Fahrzeuge werden von Auftraggebern bestellt, von geschulten Dieben gestohlen und meist schnell in osteuropäische Länder verbracht. Von Berlin bis nach Polen sind es keine 100 Kilometer. Vor Ort werden die Luxus-Wagen dann ordentlich an die Auftraggeber übergeben.

Das geringste Diebstahlrisiko besteht laut der Statistik in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Dort wurden durchschnittlich nur 0,2 von 1.000 Pkw gestohlen. Deutlich zugenommen hat die Zahl der Pkw-Diebstähle in Sachsen: Dort wurden 1.208 Fahrzeuge gestohlen, 44,3 Prozent mehr als im Jahr davor, die höchste Zunahme der Diebstähle. In Dresden wurden 2008 fast 100 Prozent mehr Autodiebstähle registriert. Damit hat sich der Rückgang der Autodiebstähle in Deutschland laut Berliner GDV deutlich abgeschwächt. Waren in den Jahren zuvor die gemeldeten Diebstähle in der Kaskoversicherung um 13 (2007) oder mehr als 20 Prozent (2006) zurückgegangen, hat sich diese Zahl 2008 im Vergleich zum Vorjahr nur um 2,2 Prozent verringert. Vor zwölf Jahren wurden noch fast fünfmal so viele Autos geklaut.

Insgesamt lag 2008 die Entschädigungssumme für gestohlene Pkw bei 175,7 Millionen Euro, ein Rückgang von 1,4 Prozent. Die durchschnittliche Entschädigung betrug 10.891 Euro (plus 0,8 Prozent). Die Klaurate pro 1.000 kaskoversicherter Fahrzeuge liegt bei 0,5 – wie im Vorjahr.

Wie im Vorjahr liegt der VW Caravelle Multivan 2.5 TDI (7DZ, Generation T4) an der Spitze der Klauliste. Er wurde – bei einer durchschnittlichen Entschädigungssumme von 17.552 Euro – am häufigsten gestohlen. Insgesamt 13,2 pro 1.000 versicherte Fahrzeuge dieses Typs wechselten ungewollt den Besitzer. Auf Platz zwei folgt der Porsche Cayenne Turbo 4.5 mit 12,7 gestohlenen Exemplaren pro 1.000. Der Cayenne weist mit 81.894 Euro die höchste durchschnittliche Entschädigungssumme auf. Platz drei hat der BMW X5 3.0D mit 8,4 gestohlenen auf 1.000 versicherten Fahrzeugen (durchschnittliche Entschädigungssumme: 51.281 Euro). Auf den Plätzen vier und fünf folgen der Škoda Fabia 1.9 TDI RS (Diebstahlrate: 7,8 von 1.000; durchschnittliche Entschädigung: 12.070 Euro) und der VW Golf IV 1.9 TDI (7,1 pro 1.000; 11.300 Euro durchschnittliche Entschädigungssumme).

Gemessen am Fahrzeugbestand der Automarken hatten Porschefahrer auch in 2008 das höchste Diebstahlrisiko (Klaurate 1,5 von 1.000). Auf Platz zwei und drei folgen Audi und Volkswagen (je 0,9 von 1.000), gefolgt von BMW (0,8 von 1.000) und Trabant (0,7 von 1.000).

Bei den Zweirädern sind die Diebstahlzahlen insgesamt zurückgegangen. Bei Mofas und Mopeds ist ein Rückgang von 5,5 Prozent zu verzeichnen, bei Krafträdern und -rollern um 4,6 Prozent und bei Leichtkrafträdern und -rollern um 4,4 Prozent. Mehr als 10.000 Mofas und Mopeds wurden gestohlen. Die durchschnittliche Entschädigung lag hier bei 1.127 Euro. Genau 4.229 Krafträder und -roller wurden gestohlen – bei einer durchschnittlichen Entschädigung von 6.151 Euro. Leichtkrafträder und -roller wurden knapp 1.600 gestohlen mit einem Schadendurchschnitt von 1.506 Euro.

Insgesamt wurden im letzten Jahr 37.621 Kraftfahrzeuge gestohlen – ein Rückgang von 3,1 Prozent. Die Gesamtentschädigungssumme ging in 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 Prozent auf rund 272 Millionen Euro zurück. Die durchschnittliche Entschädigungssumme stieg 2008 leicht an auf 7.236 Euro.

Text: Erwin Halentz
Grafik: GDV

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