Opel auf der IAA: Neue Autos und ein neues Selbstverständnis

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Nur wenige Tage nach der Bekanntgabe der geplanten Übernahme durch den österreichisch-kanadischen Auto-Zulieferer Magna stellt sich Opel mit neuen Fahrzeugen, aber auch einem neuen Selbstverständnis auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) vom 17. bis 27. September in Frankfurt am Main vor.

Kein Zweifel, Carl-Peter Forster konnte zufrieden sein mit dem medialen Interesse, das dem Opel-Stand an diesem ersten Pressetag auf der 63. IAA entgegen schlug. Der ehemalige Europa-Chef von General Motors soll nach dem Willen der neuen Eigentümer die Führung von Opel und Vauxhall übernehmen und das Unternehmen in den nächsten Jahren in die Gewinnzone führen. Dazu soll in erster Linie der größte Konkurrent des VW Golf, der neue Opel Astra, beitragen, der im Mittelpunkt des diesjährigen Messeauftritts der Marke mit dem Blitz steht.

Doch trotz Astra, trotz des ebenfalls vorgestellten Elektro-Autos Ampera, dessen Markteinführung für 2011 angekündigt wurde: Fragen gab es fast ausschließlich zur neuen Situation des Unternehmens, zu geplanten Streichungen von Arbeitsplätzen und zur möglichen Schließung des Opel-Werks in Antwerpen. Wir werden gegen die Schließung kämpfen, so die klare Ansage von Opel. Auch die geplante Streichung von 10.500 Arbeitsplätzen in Europa und rund 4.000 davon in Deutschland seien Planzahlen, über die man sich gegebenenfalls auch mit den Investoren streiten werde.

Auf dem Stand des Herstellers in Frankfurt ist in diesem Jahr alles eine Nummer kleiner und weniger eindrucksvoll als dies in den Vorjahren der Fall war. Wo sonst neue Fahrzeuge mit viel Show, mit Nebel und einer bühnenreifen Inszenierung enthüllt wurden, rollten in diesem Jahr sowohl der neue Hoffnungsträger Astra wie auch der Ampera, lediglich von eher unauffälligen musikalischen Einspielungen begleitet, auf die Bühne. Auch von den früheren GM-Bossen wie Rick Wagoner oder Fritz Henderson war nichts mehr zu sehen. Stattdessen bemühte sich Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf, zu versichern, dass wir das Autogeschäft von unserem Kerngeschäft als Komponentenlieferer strikt trennen werden. Es werde keine Bevorzugung von Opel geben. Opel könne auf dem freien Markt einkaufen, wo es wolle und die Produkte erhalten, die die besten seien.

Carl-Peter Forster, Aufsichtsrats-Vorsitzender von Opel, äußerte unter den gleißenden Scheinwerfern von Frankfurt vor allem einen verständlichen Wunsch: Jetzt lasst uns erst einmal in Ruhe arbeiten.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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