DTM am Nürburgring: Vierfach-Triumph für Audi – Debakel für Mercedes

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Seine Feuertaufe hat der neue Nürburgring bereits vor vier Wochen beim Auftritt der Formel 1 bestanden, am Wochenende folgte beim sechsten von zehn Läufen der Deutschen Tourenwagenmasters (DTM) auch der nächste Schritt zur völligen Fertigstellung des Millionenprojektes in der Eifel: die Einweihung des Ringwerks, des Motorsport-Abenteuers für die ganze Familie. Bei traumhaftem Sommerwetter ging aber nicht nur der erste Ansturm der Fans auf das multimediale und interaktive Erlebniswerk über die Bühne, auch die DTM profitierte vom in der Eifel ganz und gar ungewohnten permanenten Kaiserwetter rund um die Nürburg.

Ein perfektes Wochenende feierte beim Vierfach-Triumph für Audi Martin Tomczyk auf dem Nürburgring. Der Rosenheimer fuhr von der Pole-Position aus seinen ersten Saisonsieg im sechsten von zehn Rennen ein. An der Spitze der Gesamtwertung liegen jetzt mit dem amtierenden Meister Timo Scheider (35 Punkte) und dessen Vorgänger Mathias Ekström (34) ebenfalls zwei Audi-Piloten.

Nach der grandiosen Abschiedsvorstellung von Mister DTM Bernd Schneider, der im vergangenen Jahr im Mercedes auf seiner Farewell-Tour in der Eifel noch einmal einen viel umjubelten Sieg eingefahren hatte, dominierte am Wochenende die Konkurrenz aus dem Hause Audi das Geschehen vor offiziell 86.000 Zuschauern am Nürburgring.

Jetzt bin ich da, wo ich eigentlich schon zu Saisonbeginn hin wollte, nämlich an der Spitze. Diese Leistung muss ich jetzt in den nächsten Rennen bestätigen, kommentierte der Lebensgefährte von Renn-Amazone Christina Surer ein rundum gelungenes Wochenende. Auf Tagessieger Tomczyk (Es war ein problemloser Sieg, auch weil das Auto perfekt lief) folgten mit Timo Scheider, Mathias Ekström und Markus Winkelhock drei weitere Audi-Piloten vor Jamie Green als bestplatziertem Mercedes-Akteur. Wenn man während des gesamten Rennens im Rückspiegel zwei weitere Audis sieht, dann fährt es sich natürlich etwas unbeschwerter, als wenn einer der Mercedes Druck machen würde, lobte Tomczyk die gesamte Arbeit der Audi-Crew an diesem Wochenende.

Zu einem Debakel wurde die DTM-Vorstellung in der Eifel für Mercedes und den als Spitzenreiter an den Ring angereisten Briten Gary Paffett. Nach massiven Problemen beim Qualifying am Samstag nur von Rang 16 aus in die 48 Runden auf der Grand-Prix-Strecke gestartet, wurde der Mann im Silberpfeil letztendlich auf Rang acht abgewinkt. Das bedeutete gleichzeitig auch den Verlust des Spitzenplatzes in der Gesamtwertung, die jetzt Meister Timo Scheider (35 Punkte) vor Ex-Champion Ekström (34) und Paffett (29 anführt).

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich freute sich über eine sensationelle Teamleistung und darüber, dass Martin nach seinen technischen Problemen zu Beginn der Saison eindrucksvoll zurückgekommen ist. In der Tat stahl der Bayer, der seinen insgesamt vierten DTM-Erfolg feierte, den Titelkandidaten ein wenig die Show. Mit nunmehr 21 Punkten kann der ADAC-Sportler des Jahres selbst aber nicht mehr in den Titelkampf eingreifen.

Mercedes haderte am Wochenende einmal mehr mit seinen Problemen beim Qualifying. Nur bei drei der vergangenen 22 Shoot-Outs am Samstag für die Startposition des Rennens stand ein Silberpfeil auf Position eins. Das ist im Moment sicherlich unsere größte Schwäche, auch wenn wir zu Beginn des Rennens etwas Pech mit ein paar Kollisionen hatten, gestand auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Die DTM, auch als Formel 1 mit Dach apostrophiert, zeigte bei Kaiserwetter in der diesmal gar nicht launischen Eifel wieder einmal ihre Anziehungskraft. Familienfreundliche Preise, ein gelungenes Rahmenprogramm, an dem in verschiedenen Klassen auch Fahrer aus der Region ein paar Duftmarken setzten, das alles ist eine sportliche hochwertige und finanziell tragfähige Alternative zur so genannten Königsklasse des Motorsports, der Formel 1.

Bereits am Wochenende wartet mit dem traditionsreichen 1.000-Kilometer-Rennen das nächste Schwergewicht auf dem in diesen Wochen unablässig frequentierten Kurs in der Eifel.

Text: Jürgen C. Braun / Fotos: Bernhard Schoke

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