IAA 2009: Erste Ausblicke (Teil 2/2)

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Endlich alle BMW-Marken unter einem Dach: In der neuen Halle 11 (direkt am Eingang Portalhaus und somit fast an so prominenter Stelle wie Mercedes) können die Münchener ihre Fahrzeuge zur Schau stellen. Der Hingucker schlechthin wird der X1 sein. In der Größe, beim Antrieb (Allrad nur auf Wunsch) und vor allem preislich im Vergleich zu den größeren Brüdern X3 und X5 abgespeckt, tritt der kleine SUV gegen einen VW Tiguan an. Der 5er GT ist eine Mischung aus Coupé, Kombi und SUV. Ach ja, das Heck lässt bestimmt die alte Diskussion um die Rückenansicht bei BMW wiederbeleben – auch ganz ohne Zutun von Chris Bangle. Den X6 und den 7er kann man als Hybrid-Version sehen. Der Mini feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Auch wenn der Kleine erst seit 2001 ein richtiger BMW-Mini ist, besinnt man sich auf die Geschichte des Kult-Klassikers. Außerdem sorgt ein höher gelegter Clubman für Gesprächsstoff. Der Kombi hat auch statt nur einer gleich zwei Fondtüren. Zwei Studien – Coupé und Spyder – lassen die Spielfreude der Designer erahnen. Erahnen kann man auch, dass es bei Rolls-Royce deutlich distinguierter zugeht. Mit britisch-deutscher Untertreibung gilt es die Luxus gewöhnten Käufer zu überzeugen. Als Weltpremiere hat der Ghost seinen großen Auftritt – ganz materialisiert und gar nicht sphärisch. Spätestens ein Blick auf das Preisschild bringt die Betrachter in die Realität zurück.

Weiter geht es in Halle 8: Die teilen sich einträchtig Opel, einige GM-Marken, Japaner und Franzosen. Ganz klar: Das wohl bedeutsamste Auto in Halle 8 heißt Opel Astra. Er kommt nun größer, schöner und hochwertiger als sein Vorgänger zu den Händlern und orientiert sich beim Design und Technik am Insignia. Der Erfolg des Golf-Konkurrenten entscheidet abseits der hohen Politik mit über das Geschick des Rüsselsheimer Unternehmens. Mit Insignia-Technik ist auch der neue Saab 9-5 versehen. Die Absage von der Absage brachte die GM-Marke Chevrolet zwar nicht mehr in Halle 8, aber immerhin vor die Halle 10. Hier kann der Matiz-Nachfolger Spark bewundert werden.

Die dritte Generation des Prius unterstreicht mit Hybridantrieb seinen sparsamen Umgang mit Treibstoff, der kompakte Auris ist in Frankfurt in einer Hybrid-Version zu sehen. Der Geländewagen Landcruiser kommt ganz neu daher, aber noch mit konventionellem Antrieb. Die Nobeltochter Lexus signalisiert mit der Studie eines Kompaktwagens, dass sie sich weitere Geschäftsfelder erschließen will. Subaru hat den neuen Legacy auf dem Stand. Die Franzosen Peugeot und Citroën haben im Vorfeld fleißig gearbeitet. Peugeot bringt das 2+2-sitzige Coupé RCZ mit nach Frankfurt, das mit großem Kuppel-Glasdach und neuem Turbobenziner gegen den Audi TT antritt. Citroën stellt den neuen C3 vor. Der Kleine ist nun mit 3,94 erwachsen geworden. Wenn es etwas edler sein darf, verwöhnt der C3 DS mit savoir-vivre.

Halle 6: Schon der Alfa 149 besticht durch seine gelungene Form. Nicht nur schön, sondern rassig ist der Ferrari 458 Italia. Mamma Mia! Das gilt auch für den Maserati GT, der oben ohne zu bewundern ist. Zum Einsteigen und Wegfahren animiert auch der kleine Fiat 500 C mit Rolldach – dolce vita vom Feinsten. Der facegeliftete Punto hat sich gegenüber Polo und Co aufgehübscht. Längst nicht mehr altbacken zeigen sich die Fahrzeuge von Hyundai. Der Nachfolger des kompakten SUV Tuscon, der iX35, sieht mittlerweile richtig flott aus. Dito der überarbeitete Santa Fe. Fürs gute Gewissen haben die Koreaner die Spritsparmodelle i-blue vom i10, i20 und i30 dabei. Kurz vor dem Ende des Rundgangs wird es in Halle 5 noch einmal spannend. Porsche beweist mit der viertürigen Reiselimousine Panamera, dass Sportlichkeit mit Familienplanung in Einklang gebracht werden können. Dieselbe (männliche) Zielgruppe peilt auch der viertürige Aston Martin Rapide an. Auch Jaguar wagt Neues. Der XJ hat die alten Schnittmuster des Vorgängers radikal abgelegt und der Raubkatze ein ziemlich unelegantes Heck verpasst. Die Geschmäcker sind halt verschieden.

Abseits der Hallen mit den Messeneuheiten kann der Besucher sich mit den unterschiedlichsten Themen von Mobilität beschäftigen: Von Probefahrten über Oldtimer-Ausstellungen und Carrera-Bahn-Aktionen bis zu Relax-Zonen zum Entspannen.

Übrigens: wer durch den Eingang Portalhaus das Messegelände betritt, kann den Rundgang mit der Halle 11 (BMW) beginnen und dann im Uhrzeigersinn die Hallen 8, 6, 5, Festhalle und anschließend Halle 3 besuchen. Die IAA hat für Fachbesucher vom 17. bis 18. September geöffnet, ab Samstag, dem 19. bis Sonntag, dem 27. September stehen die Tore für das interessierte Publikum offen. Die Eintrittskarten kosten am Wochenende pro Tag 15 Euro für Erwachsene, an Werktagen je 13 Euro. Schüler, Studenten, Auszubildende, Grundwehr- und Zivildienstleistende zahlen 7,50 Euro. Ein Feierabendticket, das in der zweiten IAA-Woche werktags ab 15 Uhr Gültigkeit hat, kostet für Erwachsene acht Euro, für Schüler vier Euro.

Text: Elfriede Munsch

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