Test-Tour: Peugeot 407 SW

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Im Zeitalter der multifunktionalen Großraumlimousinen, von ultrakompakt bis hin zum fahrenden Konzertsaal, hat es der gute, alte klassische Kombi nicht immer leicht. Zumal er nicht nur mit Lademeister-Qualitäten glänzen muss, sondern gleichzeitig auch noch eine halbe Design-Ikone sein soll. Und dass er kraftvoll und dennoch sparsam sein, und zudem die gleichen Fahreigenschaften wie die Limousine aufweisen soll, na das bitte schön, ist doch selbstverständlich. Wir fuhren ein Fahrzeug, das in der Konfiguration, wie wir es bewegten, dieser Idealvorstellung ziemlich nahe kommt: Der Peugeot 407 SW mit dem 204 PS starken 2,7 Liter Common-Rail-Diesel in der Ausstattung Sport.

Der 407 SW geht schon dank seiner Länge von 4,76 Meter und seines Radstandes von 2,72 Meter als ein Fahrzeug durch, dem der französische Hersteller zu Hause das Attribut extraordinaire verleihen würde. Zu Recht, denn der 407 SW glänzt nicht nur mit gewaltigen Abmessungen, mit viel durchdachtem Raum für Personen und mitzuführendes Gepäck, sondern auch mit einer optisch gelungenen Verschmelzung von Eleganz und Nutzwert. Fast 1,6 Quadratmeter ist alleine das Panorama-Glasdach groß mit elektrischer Jalousie, das für einen Lichtdurchfluteten Innenraum des lang gestreckten Fahrzeugs sorgt. Die Zweizonen-Klimaautomatik und das getönte Frontscheibenglas passen zu der komfortorientierten Ausrichtung des Innenraums. Dank einer relativ flach gestellten Frontscheibe ergeben sich insgesamt 4,82 Quadratmeter Glasfläche im Peugeot 407 SW. Die gesamte Linienführung des SW wirkt harmonisch, der Heck-Abschluss mit der weit öffnenden Tür und der separat zu öffnenden Glasfläche weist sogar coupéhafte Details auf.

Statt hoch zu stapeln (nämlich die Karosserie in Richtung Van-Ausmaße) setzt Peugeot Akzente mit dem 407 SW als Lichtorgel. Der Kofferraum schluckt je nach Konfiguration zwischen 450 und 1.365 Liter. Da sich der Beifahrersitz ganz umlegen lässt, entsteht ein langer, flacher Laderaum, der – wenn es denn unbedingt sein muss – auch eine Leiter und einige Bretter aufnimmt. Ansonsten dienen ein Arretier-Netz, jede Menge Verzurrösen und Ablagemöglichkeiten dazu, den 407 SW als hübsch angezogenen Möbelpacker zu nutzen. Auch die Laderaumabdeckung lässt sich leicht zurückklappen.

Ein Genuss ist, vor allem bei langen Überlandfahrten, das Dieselaggregat. Der V6-Common-Rail mit seinen zwei Turboladern sorgt für Leistungsfluss auf einem ganz breiten Drehmomentband. Die Kraft wird optional von einer sequentiellen Sechs-Stufen-Automatik oder wahlweise in einer zweiten Schaltkulisse manuell übertragen. Der Charakteristik des Fahrzeugs entgegen kommt dabei jedoch ganz bewusst der Leistungsabruf im automatischen Modus. Der 407 SW ist mit dieser Diesel-Topmotorisierung ein Reisefahrzeug erster Güte, das zudem keinen übermäßigen Durst entwickelt. Wir kamen auf einen Schnitt von 8,8 Liter, wobei der Hersteller die Höchstgeschwindigkeit mit 226 km/h und den Spurt von Null auf 100 mit 8,8 Sekunden angibt. Die CO2-Emission liegt bei 225 g/km. Die 440 Newtonmeter an Drehmoment sorgen für einen seidenweichen Verlauf der Leistungsentfaltung.

Dass Dieselmotoren mit serienmäßigem Partikelfilter ausgestattet sind, ist bei Peugeot seit Jahren eine Selbstverständlichkeit und auch in diesem Fall natürlich so. Zur Serie in der Ausstattungsliste gehören in der Ausstattungsreihe Sport auch ein elektronisch gesteuertes Fahrwerk, Xenonscheinwerfer, Regensensor, Abblendautomatik und 18er Leichtmetallfelgen inklusive Diebstahlsicherung sowie elektrisch anklappbare Außenspiegel. ABS mit elektronischem Bremskraftverteiler, eine dritte Bremsleuchte, ein elektronisches Stabilitätsprogramm und eine Antriebsschlupfregelung sowie bis zu neun Airbags sind im Sicherheitspaket ab Werk enthalten.

Text: Jürgen C. Braun / Fotos: Peugeot

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