Erste Erfahrungen: Opel Insignia EcoFlex

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Fast jeder Hersteller hat inzwischen ein Volumenmodell mit besonders günstigen Verbrauchs- und Abgaswerten im Angebot. Da macht auch Opel keine Ausnahme und bringt folgerichtig den Insignia als Ecoflex auf den Markt. Der schicke Rüsselsheimer soll, so Opel Chef-Hans Demand, aber mehr sein als nur ein grünes Auto. Damit er sich von seinen Konkurrenten abhebt, kombinierten die Techniker 118 kW/160 PS mit einer Reihe nicht unüblicher Spritsparmaßnahmen. Heraus kam der kräftigste Vertreter aller sparsamen Limousinen, wovon sich Opel auf dem wichtigen Markt der Dienstwagennutzer einen kleinen Vorteil verspricht. Schließlich haben die Wettbewerber meist höchstens 130 PS und bleiben auch bei den Drehmomenten hinter den 380 Newtonmetern, die der Insignia Ecoflex aufweist. Mehr Spaß beim Sparen lautet die Devise, die zusätzliche Kunden rekrutieren soll.

Trotz der recht üppigen Leistung erreicht der Ecoflex die Zielvorgaben. Er verbraucht im Mittel nur 5,2 Liter Diesel und emittiert 136 Gramm CO2 je Kilometer. Das kann sich sehen lassen, zumal der Insignia bei Bedarf noch 221 km/h Spitze erreicht und in 9,5 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Verzicht sieht durchaus anders aus.

Opel setzt beim Ecoflex auf eine Reihe von Maßnahmen, die jede für sich betrachtet nicht viel bringen, aber alle zusammen doch wirken. So wurden Teile des Unterbodens neu verkleidet, der Frontspoiler auf diesen Motor und seinen Kühlbedarf hin optimiert und auch die rollwiderstandsarmen Michelin-Pneus erfüllen ihren Zweck. Insgesamt konnte der Luftwiderstand so auf den hervorragenden Wert von 0,26 reduziert werden. Wie kleinteilig die Techniker dabei vorgingen verdeutlich eine Anekdote aus dem Windkanal. Zwischenzeitlich erreichte das Auto nicht die geplanten Messwerte, weil die Beschriftung auf dem Reifen zu dick war und den Luftstrom störte. Außerdem hat Opel das Getriebe etwas länger übersetzt, was durch das kräftige Drehmoment kompensiert wird. Damit die Agilität nicht unter der langen Übersetzung leidet, wurden die ersten beiden Gänge kürzer und damit spurtfreundlicher ausgelegt. In der Praxis fällt die lange Achse nicht auf. Einzig das etwas lautere Dieselarbeitsgeräusch im kalten Zustand kann man bekritteln. Einmal unterwegs, gibt sich der optimierte Motor gleichermaßen brav wie genügsam. Auf längeren Strecken sind Verbrauchswerte um den Normwert nicht unrealistisch. Damit dürften auch eilige Vertreter zurechtkommen.

Dass der Insignia insgesamt ein gelungenes Auto ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Da macht auch der Ecoflex keine Ausnahme. Seine sparsame, halbwegs ökologische Ausrichtung geht weder mit Leistungs-, noch mit Komfortverzicht einher, sieht man einmal davon ab, dass eine Automatik, die einem das Schalten abnimmt, nicht lieferbar ist. Außer der Sportedition sind alle Ausstattungs- und Karosserievarianten mit dem Ecoflex kombinierbar. Der Preis für den Insignia Ecoflex liegt bei 27.500 Euro. Der Sports Tourer kostet 28.690 Euro.

Text: Günter Weigel
Fotos: Günter Weigel, Opel