Hondas Schlacht am Grünen Buffet

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Altbarde Reinhard Mey besang einst mit viel Timbre in der Stimme die Schlacht am Kalten Buffet. An der Autofront ist indes längst die Schlacht am Grünen Buffet entbrannt: Das Werben um die Gunst des Käufers mit Fahrzeugen, die vor allem eines versprechen: weniger Verbrauch, weniger Schadstoff und obendrein noch mehr Leistung.

Ob Diesel, Biodiesel, Autogas, Erdgas, Bio-Ethanol oder Hybrid: es ist Bewegung gekommen in die Szene der Fahrzeuge mit regenerativen Energien. Wobei die größtenteils noch im Forschungsstadium stecken und Projekte Brennstoffzelle oder Wasserstoff noch gar nicht berücksichtigt sind.

Auf dem Gebiet des Hybrid-Antriebs, also des mit einem Elektromotor kombinierten Verbrennungsmotors, gehören die Schlagzeilen wie auch die bereits zur Serienreife gelangten Fahrzeuge den japanischen Herstellern Toyota und Honda. Während Toyota dabei neben dem einstigen Pionier Prius für über 25.000 Euro vor allem das Hochpreis-Segment der Schwestermarke Lexus im Auge hat, schlägt Honda mit dem Insight und dem Civic Hybrid eine andere Strategie an: Der kombinierte Verbrennungs-/Elektromotor als flächendeckendes Alternativ-Angebot im Kompaktwagen-Segment.

Seit Ende April ist der Insight auf dem Markt, zu Preisen ab 19.550 Euro in einem heiß umkämpften Teilbereich des Marktes, der größtenteils vom Golf-Kunden beherrscht wird. Doch Honda muss und will sich bei der Einpreisung des Insight nicht an Golf oder Astra, sondern am teureren Toyota-Angebot orientieren. Weil der Prius der einzige ernsthafte Konkurrent mit der gleichen Antriebs-Philosophie ist. Sieht man einmal vom Civic Hybrid aus dem eigenen Haus ab. Aber der wiederum ist als Weltauto eher dem Fließheck-Wunsch des US-Marktes geschuldet.

Honda setzt bei seiner Strategie vor allem darauf, dass das Besitzen und fahren von Hybrid-Autos längst kein Bekenntnis zu einer ökologischen Weltanschauung mehr ist, sondern einer nüchternen Kostenrechnung entspringt. Also eher viel sparen und dabei etwas für die Umwelt tun, als den Öko-Driver zu geben und dabei auch als angenehmen Nebeneffekt etwas für den Geldbeutel tun.

Spektakuläre Zulassungszahlen wie in Japan, wo der Honda-Hybrid im April mit 10.000 Einheiten die Zulassungs-Hitparade anführte, wird man bei uns (noch) nicht finden. In Deutschland werden 500 Bestellungen im ersten Monat seit der Markteinführung bereits mit Wohlwollen registriert. Doch der Hersteller hat noch zwei Asse im Ärmel: das kleine Sportcoupé CRZ und der Kleinwagen Jazz sollen ebenfalls mit der ökofreundlichen Kombitechnik bereits in den Startlöchern sitzen.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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