Erste Erfahrungen: Seat Ibiza Ecomotive 2009

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Spritsparen ist sexy – selbst wenn die Treibstoffpreise zurzeit entspannter von den Zapfsäulen leuchten. Trotzdem: Benzin und Diesel sind immer noch teuer, zudem gilt es beim Thema CO2-Ausstoß den Anschluss nicht zu verlieren. Auch wenn die EU-Kommission gerade die Anforderungen dafür verwässert und den Zeitpunkt zur Erreichung der 120-Gramm-Grenze von 2012 auf 2015 verschoben hat. Immerhin gibt es für sparsame und damit CO2-reduzierte Fahrzeuge einen Steuerbonus vom deutschen Fiskus. Zwölf Monate Kfz-Steuerbefreiung für Fahrzeuge, die nach der Abgasnorm Euro 4 eingestuft sind, und gleich zwei Jahre bei der Klassifizierung nach Euro 5.

Bei der VW-Konzerntochter Seat setzt man verstärkt auf die Komponente Verbrauchsverringerung. Seit über einem Jahr vermarkten die Spanier ihre Sprit-Spar-Varianten Ecomotive. Angefangen beim (alten) Ibiza gibt es seitdem in den Modellreihen Leon und Alhambra jeweils eine verbrauchsoptimierte Version. Ab Ende Februar 09 stehen auch die Ecomotive-Fahrzeuge des neuen Ibiza sowohl als Drei- oder Fünftürer beim Händler. Übrigens: Anders als sonst im VW Konzern üblich sind diese Modelle weder blau wie bei VW (Bluemotion) oder grün wie bei Škoda (greenline), sind aber nach dem selben Prinzip überarbeitet.
Weder die teure Start-Stopp-Technik noch neue Aggregate sorgen für den Spareffekt, sondern vergleichsweise einfache Veränderungen an der Karosserie und an der Motorsteuerung sind dafür verantwortlich. Der Vorteil für die Kunden: Die Kosten für diese Modifikationen sind nicht übertrieben teuer, so dass die Hersteller diese Fahrzeuge günstig anbieten können. So plant Seat, den Ibiza Ecomotive nicht teurer als den vergleichbaren normalen Ibiza mit dem 1,4-Liter Diesel einzupreisen. Der genaue Preis steht zurzeit aber noch nicht fest. Veröffentlicht dagegen sind schon die technischen Daten. Danach verbraucht der Treibstoff-Knauserer durchschnittlich nur 3,7 Liter Diesel. (CO2-Ausstoß: 98 g/km) Damit verringerte sich der Verbrauch des bekannten 1,4-Liter Dreizylinders um 0,6 Liter und unterbietet auch den Wert des Fabia greenline, der mit 4,1 Liter die Wegstrecke von 100 Kilometern schafft.

Die Zutaten dafür sind: eine verbesserte Aerodynamik, eine optimierte Motorsteuerung und Reduzierung von Gewicht. So wurde der Kühlergrill vollständig geschlossen und das untere Lüftungsgitter geändert. Ein Heckspoiler verbessert ebenfalls den Luftwiderstands-Wert. Insgesamt hat der Ibiza Ecomotive einen von 0,33 auf 0,30 verbesserten Luftbeistandswert. Positive Auswirkungen auf das Gewicht und die Aerodynamik haben auch die 14-Zoll-Leichtlaufräder mit geschlossenen Radkappen, die weniger Luftwiderstand bieten und damit ebenfalls zur Verbrauchsreduzierung beitragen. Außerdem speckte das Fahrzeug um zehn Kilogramm ab und die Seat-Ingenieure optimierten die Einspritzzeiten und den Einsatz des Turboladers.

Und wie fährt sich der genügsame Spanier? Nicht schlecht. Natürlich kann man keine Sprintwunder erwarten, für den Standardspurt benötigt er 12,7 Sekunden. Doch dank seines Drehmoments von 195 Nm bei 1.800 bis 2.000 Umdrehungen ist genügend Kraft vorhanden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 177 km/h. Bei ersten Testfahrten zeigte der Bordcomputer zwar nicht 3,7 Liter an, aber mit 4,1 Litern bei flottem Stadtverkehr und Überlandbetrieb war der Ibiza auch kein rollendes Park-Hindernis auf den Straßen.

Die Insassen müssen nicht auf Komfort verzichten. Der Ecomotive basiert auf der Ausstattungsvariante Reference. Eine Klimaanlage ist ebenso an Bord wie eine Reifenkontrollanzeige, eine elektrohydraulische Servolenkung, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung und ein höhenverstellbaren Fahrersitz. Dazu kommt noch eine gute Sicherheitsausstattung.

Sprit-Sparen mit dem Spanier setzt also keine Bedürfnislosigkeit voraus. Das Problem ist eher, dass sich im Kleinwagenbereich die Anschaffung des teureren Diesels selten lohnt.

Text: Elfriede Munsch

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