Test-Tour: Ford Focus Coupé Cabriolet

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Mit dem Goldenen Oktober, so er denn auch kommt, geht die Frischluftsaison im Allgemeinen zu Ende. Egal ob zweisitziger Roadster oder offener Mehrsitzer: In geöffnetem Zustand machen alle Cabrios meist eine gute Figur. Je nach Anspruch entweder betont sportlich oder edel komfortabel. Etwas von beidem hat unser rollender Sommer-Abschluss, das Ford Focus Coupé-Cabriolet.

Der Schriftzug an der langen, wohlgeformten Karosserie macht es deutlich: Bei der filigranen Blechkleid-Schneiderei am offenen Focus hat das Atelier von Meister Pininfarina seine Hände im Spiel gehabt. Eine Tatsache, die dem Focus CC nicht nur optisch, sondern auch funktionell zum Vorteil gereicht. Denn die Alltagsqualitäten eines Coupé Cabriolet offenbaren sich erst dann wirklich, wenn es kein Cabrio, sondern ein Coupé ist und es dann, wie der Volksmund sagt, Mistgabeln regnet.

Deshalb wurde im Zuge eines Facelifts des offenen Focus dessen komplettes Dichtungssystem optimiert. Was angesichts der zahlreichen ineinander greifenden Dach- und Scheibensegmente ein recht kniffliges Unterfangen war. Um die gesamte Konstruktion auf Prasselregen- und Hagelkörner-Resistenz zu prüfen, wird das Fahrzeug bei Pininifarina in Turin in ein halbstündiges künstliches Unwetter gejagt. Dies geschieht in einer eigens für diesen Zweck installierten Beregnungsanlage. Erst nach erfolgreich bestandenem Gewittertest wird der Focus auf die Straße gelassen.

Der überarbeitete Focus CC macht im Cockpit vorn einen sehr geräumigen und gediegenen Eindruck. Auf der Rückbank müssen wie in den meisten Fällen bei Fahrzeugen dieser Art gewisse Abstriche in Bezug auf die Kniefreiheit gemacht werden. Statt dessen bietet der große Kofferraum ein Ladevolumen von 534 Litern, von denen bei geöffnetem Dach noch 248 Liter übrig bleiben. Die neuen Materialien und die überarbeiteten Instrumente vermitteln mit bequemen und großflächigen Sportsitzen einen angenehmen Eindruck. Das Öffnen und Schließen des Dachs geschieht innerhalb einer halben Minute auf Knopfdruck lautlos und ohne Komplikationen. Eine ganze Heerschar von Heinzelmännchen, nämlich fünf Hydraulikzylinder, drei Elektromotoren und elf Sensoren arbeiten dabei Hand in Hand.

Befeuert wird unser offener Focus von einem 145 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Benziner. Der sehr ruhig und kultiviert arbeitende Benziner lässt den Focus eher zum komfortablen Asphaltgleiter als zum sportlichen Renner werden. Der CC glänzt mit hoher Verwindungssteifigkeit durch ein treffliches Mix aus kurvenwilligem Charakter, Fahrpräzision und Federungskomfort. Mitunter wünscht man sich eher ein enger abgestuftes Sechsgang-Getriebe an Stelle der ausladenden Gearbox mit fünf Gängen.

Für die Sicherheit sorgen das elektronische Sicherheits- und Stabilitätsprogramm ESP mit Antriebsschlupfregelung ASR, die Vier-Scheiben-Bremsanlage mit Sicherheits-Bremsassistent und das Rückhaltesysteme des Intelligent Protection Systems (IPS) sowie pyrotechnische Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer. Für den Fall eines Überschlags hat der Focus CC ein aktives Überrollschutzsystem an Bord. Seitenairbags sind ebenfalls serienmäßig. Den Focus CC 2.0 gibt es ab 25.575 Euro.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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