WM-Rallye Deutschland: Trierer Team mit viel Herzblut gegen die Besten der Welt

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Trotz des Rückzugs von Magic Marcus Grönholm ist es bisher im Verlauf der Rallye-Weltmeisterschaft 2008 nicht zu dem von vielen Experten angenommenen und gefürchteten Alleingang von Weltmeister Sebastién Loeb im Citroën C4 WRC gekommen. Im Gegenteil: Zur Halbzeit, nach insgesamt acht von 15 Läufen zur Weltmeisterschaft 2008, dominiert Grönholms letzter Arbeitgeber Ford mit seinem Landsmann Mikko Hirvonen (59 Punkte) im Focus WRC an der Spitze die Weltmeisterschaft. Mit drei Punkten Abstand folgt Super-Seb, der Mann aus dem Elsass, erst auf Rang zwei der Fahrerwertung. Vom 14. bis 17. August dieses Jahres wird sich die Weltelite der Quertreiber in den Mosel-Weinbergen und zwischen den gefürchteten Hinkelsteinen des Militärgeländes Panzerplatte in Baumholder wieder vor mehr als 200.000 Fans aus vielen Ländern ein Stelldichein geben.
Doch nicht nur die Werksteams von Citroën, Ford oder Subaru, die mit großem finanziellem Aufwand und viel Man-Power an den Start gehen, sondern auch Privatiers, die den Rallyesport mit viel persönlichem Einsatz und Engagement als Herzenssache betreiben, prägen das Gesicht des deutschen WM-Laufes, der seit dem Jahr 2003 als Lauf zur Weltmeisterschaft rund um die alte Römerstadt ausgetragen wird. Der Rallyesport war seit jeher der Motorsport für die Basis, mit der sich viele Freunde der PS-Hatz auf den schwierigen Wertungsprüfungen selbst identifizieren können.
Bestes Beispiel dafür ist in diesem Jahr ein Duo mit regionalen Wurzeln der Deutschland, die bis zum vergangenen Jahr ja auch zum großen Teil noch auf schnellen Asphalt-Pisten im Saarland ausgetragen wurde. In einem 230 PS starken Subaru Impreza GT, einem Gruppe-N-Fahrzeug (N5) gehen der selbständige Kfz-Meister Andreas Konrath aus Trier und seine Co-Pilotin Isabelle Brack aus dem saarländischen Heusweiler in ihrem Revier an den Start. Zum ersten Mal überhaupt bei einem Lauf zu einer Rallye-Weltmeisterschaft mitten unter den Stars. Der 40jährige Konrath betreibt schon seit 20 Jahren aktiv Rallyesport. Seine Co-Pilotin, deren Vater ein bekannter saarländischer Rallyesportler war, wurde vor wenigen Jahren vom Quertreiber-Bazillus erfasst. Als die Deutschland noch nicht zum WM-Kalender zählte, glänzte Andreas Konrath im Jahr 2000 dort mit einem Klassensieg und dem vierten Gesamtplatz.Einen einzigen Einsatz hat der Subaru mit dem Vierzylinder-Boxer-Turbomotor mit dem Duo Konrath/Brack bisher absolviert. Bei der saarländischen Warndt-Rallye Anfang Juni belegten beide trotz eines Plattfußes auf der zweiten Wertungsprüfung Rang zwei in der Klasse und den 15. Gesamtplatz. Das Konzept des moselländischen Duos ist auf regionale Sponsoren und Partner ausgerichtet. Wir wollen als Trierer Fahrer mit einem Trierer Fahrzeug bei einem Trierer Weltmeisterschaftslauf für ein Novum sorgen. Dabei sind sich Konrath/Brack bereits der Unterstützung der Stadt Trier sicher. Im Vorfeld wird das Fahrzeug auf dem Vorplatz des Wahrzeichens der Stadt Trier, der Porta Nigra, ausgestellt werden. Beim DM-Lauf Eifelrallye Mitte Juli gibt es zudem die Möglichkeit, nur knappe 100 Kilometer von Trier entfernt, den japanischen Allradler hautnah beim Shake Down zu erleben.
Die Vorbereitungen für den deutschen Weltmeisterschafts-Lauf, das berichtete Rallye-Leiter Armin Kohl beim ersten PR-Termin des Trierer Subaru-Teams, laufen knapp zwei Monate vor dem Start störungsfrei auf Hochtouren. Dabei blickte Kohl auch noch einmal auf das vergangenen Jahr zurück: Der Rallye-Umzug aus dem Jahr 2007 vom Bostalsee komplett nach Trier hat sich bewährt. Wir haben 2008 nur noch den Feinschliff der Organisation im aktuellen Lastenheft stehen und verfolgen damit die Kontinuität der hohen Rallye-Qualität.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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