Test-Tour: Hyundai i30 1,6 CRDI

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Seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten ist Hyundai jetzt auf dem deutschen Markt. Die ersten Exponate der Südkoreaner, wie beispielsweise der Pony, wurden eher belächelt und der Hersteller als asiatischer Auto-Aldi abgetan. Diese Zeiten sind längst vorbei. Der Konzern ist international auf dem Vormarsch unter die Top Five mittlerweile in allen Segmenten gut und breit aufgestellt. Jetzt dürfen auch die Dependancen in Europa jubeln, dass sie den Entscheidungsträgern im fernen Asien eines klar machen konnten: Erfolg im fernen Europa führt nur über das C-Segment, bei Deutschlands Autofahrern besser als Golf-Klasse bekannt. Und da hat Hyundai nun mit dem neuen i30 ein Auto, das es dem Namensgeber dieser Kategorie von Fahrzeugen so richtig schwer machen soll, weiter zu punkten. Und dazu wohl auch in der Lage ist. Wir fuhren den Hyundai i30 mit dem 116 PS starken 1,6 Liter Diesel.

Hyundai führt mit seinem neuen Kompakten, der nur vorübergehend zu Hause in Korea gebaut wird (ab 2009 in Tschechien) auch eine neue Namensstruktur seiner Fahrzeuge ein. Wo früher Elantra, Getz oder Matiz auf der Heckklappe angebracht waren, wird in Zukunft nur noch ein kleines i zu sehen. Angereichert mit einer Zehnerzahl, die die jeweilige Klasse dokumentiert. Der 4,25 Meter lange Koreaner wurde mit seinem fast baugleichen Bruder Kia C'eed entwickelt. Mit seiner ziemlich hohen Gürtellinie wirkt der Hyundai i30 recht gefällig, zeigt sich an der Front mit zwei über die Motorhaube gezogenen Erhebungen, die in die A-Säule übergehen, dynamisch und sportlich elegant. Eine Chromleiste mit dem Markenemblem über dem Kühlergrill ist das neue Erkennungsmerkmal bei Hyundai.

Im Interieur gefällt der kompakte Südkoreaner mit einem übersichtlichen Armaturenbrett, das einen gut verarbeiteten Eindruck macht. In der Mittelkonsole sind zwei Fächer mit Abdeckung und zwei Cupholdern sehr praktisch. Die Sitze sind komfortabel, straff gepolstert und verfügen über genügend Auflagefläche und Seitenhalt. In der Mittelarmlehne sind zwei Staufächer und ein AUX- sowie ein USB-Anschluss untergebracht. Klimaanlage und CD-Spieler mit MP3-Funktion sind genau so serienmäßig wie durchgängige Vorhangairbags, Bordcomputer und höhenverstellbarer Fahrersitz.

Das Fünf-Gang-Getriebe arbeitet leichtgängig und exakt. Der Abgas-Aufgeladene 1,6 CRDi, eine Eigenentwicklung des europäischen Technik-Zentrums von Hyundai in Rüsselsheim, hängt gut am Gas, riegelt bei 4.300 Umdrehungen in der Minute rigoros ab und wirkt hervorragend gedämpft. Wir kamen auf einen Drittelmix-Verbrauch von 7,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Fondpassagieren bietet der i30 sowohl in der Höhe wie auch seitlich viel Platz. Das Kofferraumvolumen liegt mit 340 Litern Fassungsvermögen auf einem Niveau mit den Mitbewerbern. Eine geteilte Rücksitzbank lässt eine ebene Ladefläche zu und sichert mit 1.250 Litern größtmögliche Variabilität. Mit einem Basispreis von 19.390 Euro ist der Hyundai i30 mit dem 1,6 Liter großen und 116 PS starken Turbodiesel ein Fahrzeug, das die Golfklasse zwar nicht in Grund und Boden fahren wird, den deutschen Herstellern aber durchaus zeigt, dass ein ernsthafter Bewerber hinzugekommen ist. Und das kann für den Verbraucher nur von Vorteil sein.

´Text: Jürgen C. Braun

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