Volvo setzt auf R-Design

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Volvo – mit dem Namen des schwedischen Automobilherstellers verbanden Fahrer(innen) dieser Marke und solche, die es werden wollten, über viele Jahre hinweg vor allem einen ganz speziellen Auftrag: Sichere, aber eben auch nicht sonderlich schöne Automobile herzustellen. Sicher wie ein Volvo war und ist ein geflügeltes Wort, dem aber meist auch ziemlich kantiges und klobiges Aussehen der Fahrzeuge aus dem Lande Hägars zugrunde lag. Doch es ging auch anders, wie der P 1800, der legendäre Schneewittchensarg zeigte. Mit dem C30 feiert das in seiner Rückansicht sehr freizügige und gläserne Mobil jetzt wieder fröhliche Urständ. Aber die Schweden wollen aufhören mit der Mär vom unansehnlichen Export aus dem hohen Norden. Neuestes Beispiel: Ein Paket, das sich R-Design nennt und im deutschen Herbst 2007 neues Flair und neuen Chic verbreiten soll. Zunächst in den kompakten Modellreihen C30, S40 und V50. Ausweitung auf andere Modelle nicht ausgeschlossen, ja bereits beschlossene Sache.

Was also erwartet den geneigten Volvo-Freund jetzt unter dem prägnanten Kürzel, das sich als hübsches Prêt-à-Porter erweisen soll? Grob gesagt, jede Menge interessante Features, auf gut deutsch Zubehörteile, in Sachen Außen- und Innenraumgestaltung. Als da bei der Aufmöbelung der äußeren Optik Außenspiegel-Gehäuse und Kühlergrill in Mattsilber, Seitenschutzleisten, farblich abgestimmte Stoßfänger, die unvermeidlichen Spoiler am Heck und am Dach und 17-Zoll-Felgen im Fünfspeichen-Design wären. Bodykit heißt das Kind. Damit der Name nicht Programm wird, sondern das Programm einen Namen erhält, kommt noch eine R-Design-Plakette am Kühlergrill hinzu.
Und was will uns R-Design sagen und vor allem zeigen, wenn wir erst einmal Platz genommen haben in dem chicen neuen Schwedenhappen? Da fällt beispielsweise eine Teilleder-Ausstattung mit Vulcaflex in Anthrazit kombiniert mit cremefarbenem Leder ins Auge. Hübsch anzuschauen, fürs Auge vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Weil auch nicht unbedingt erwartet. Wo außen R-Design drauf steht, muss innen auch welches drin sein. Daher verfügen sowohl das Lederlenkrad wie auch die Rückenlehnen der Vordersitze über das dezente R-Design-Logo. Farblich dezent blau unterlegt sind die Kombiinstrumente, wozu sich Aluminium-Pedale, Mittelkonsole und Türeinlagen aus Aluminium gesellen. Außerdem eine Fußmatte mit kontrastierenden Randverstärkungen. Ach, was wären wir ohne unsere Marketing-Experten, die solches wohl in vielen (Über-)Stunden ausgebrütet haben.

Wer seinen C30, S40 oder V50 dergestalt individualisieren will, der muss auf das Herzstück seines fahrbaren Untersatzes keine Rücksicht nehmen, denn derlei sportliche Exklusivität ist mit jeder gewünschten Motorisierung erhältlich. Bereits ab 1994 baute Volvo R-Modelle, die allerdings nur in einer speziellen Farbe und mit der jeweiligen Topmotorisierung und entsprechendem Komplettpaket zu haben waren. Heute sind die kompakten Schwedenmobile bereits aufgemöbelt mit dem Basismotor der jeweiligen Reihe ab der Ausstattungslinie Kinetic kombinierbar. Was wohl auch eine (vorwiegend junge) Kundenklientel anspricht, die noch nicht ganz so betucht ist. Die Preise liegen je nach Wunschvorstellung zwischen 1.500 und 4.000 Euro.

Neben der optischen Verfeinerung seiner Automobile spielt auch die Antriebstechnik eine immer größere Rolle beim schwedischen Premiumhersteller. 30 Prozent aller Volvos sind mittlerweile mit Allradtechnik (All-wheel-Drive-System) ausgerüstet. Seit etwa 12 Jahren in Großserien gefertigt, sind mittlerweile 15 verschiedene Fahrzeuge mit modernster Allradtechnik und Haldex-Kupplung lieferbar. Eine Weiterentwicklung stellt inzwischen der Allradantrieb mit Instant Traction dar. Ein System, das – ebenfalls von dem schwedischen Spezialisten Haldex entwickelt – das spontane Anfahren aus dem Stand erleichtern und die Traktion auf rutschigem Untergrund noch einmal optimieren soll.

Text: Jürgen C. Braun

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