Erste Erfahrungen: Mitsubishi Lancer Limousine 2008

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Neben Colt und Pajero hat kein anderes Auto die Geschichte von Mitsubishi in Deutschland so mitgeprägt wie der Lancer. Die Mittelklasselimousine mit den drei Diamanten im Logo war das erste Auto, mit dem das japanische Unternehmen 1977 seinen Vertrieb hier zu Lande aufnahm. Dreißig Jahre später steht nun die achte Generation bei den Händlern. Den Beginn macht die Limousine. Die Stufenheck-Version gehört zwar in Deutschland nicht unbedingt zu den beliebtesten Fahrzeuggattungen, aber weltweit verkauft sich dieser Typ besser als die Fließheck-Variante, die erst im Frühjahr 2008 auf den Markt kommt.

Die Limousine tritt gegen Volvo S40, Subaru Impreza oder einen Mazda 3 an. Dabei überragt sie mit einer Länge von 4,57 Metern und einer Breite von 1,76 Metern die meisten Mitbewerber. Eine lange Fronthaube, die breiten Spurmaße, der Frontgrill in der Form von Jetfighter-Lufteinlässen mit dem mittig gesetzten Drei-Diamanten-Logo, sowie die tief liegende Leuchteinheit sind die charakteristischen Designelemente des neuen Lancer. Das Heck wirkt bieder, allerdings sind die Gestaltungsmöglichkeiten am Kofferraum auch gering. Geformt, gezeichnet und entworfen wurde der Lancer im deutschen Designzentrum von Mitsubishi im hessischen Trebur.

Im Inneren geht es eher gediegen zu. Chromfarbene Applikationen vermitteln einen Hauch von mehr Chic und Esprit als bei der Vorgänger-Generation. Das Platzangebot ist dafür ordentlich, die Verarbeitung ebenfalls. Je nach Ausstattungsversion sitzen Fahrer und Beifahrer auf angenehm straffen Sportsitzen, die einen guten Seitenhalt geben. Den kann man durchaus gebrauchen, bewegt man den Lancer flott durch die Kurven. Bei ersten Testfahrten mit dem 2,0-Liter-Pumpe-Düse-Aggregat mit 103 kW/140 PS war dies kein Problem. Der aus der Kooperation mit VW stammende Diesel treibt den Lancer zwar rau und brummig, aber mit Schmackes an. Sein maximales Drehmoment von 310 Newtonmetern, das bereits bei 1.750 U/min anliegt, vermittelt dem Autolenker eine heitere fahrerische Gelassenheit durch ausreichende Kraftreserven. Ein manuell schaltbares Sechsgang-Getriebe sorgt für den reibungslosen und komfortablen Vortrieb. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 207 km/h angeben. Der Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern (CO2-Ausstoß; 160 g/km geht noch in Ordnung. Ein Partikelfilter gehört ab Werk zum Lieferumfang.

Anfang 2008 ergänzt ein 1,8-Liter-Benziner mit 106 kW/144 PS das Angebot. Hier kann der Kunde dann auch zwischen zwei verschiedenen Getriebetypen wählen. Für den Ottomotor stehen sowohl ein manuell schaltbares Fünfgang-Getriebe zur Verfügung wie auch eines mit einem automatisch arbeitenden CVT-Getriebe mit Sportmodus. Auch hier reicht die Leistung für die meisten Alltagsfahrten aus. (Spitze: 204 km/h, Verbrauch: 7,7 Liter, CO2-Ausstoß: 183 g/km)

Für die eiligere Kundschaft hält Mitsubishi im nächsten Sommer zwei weitere Schmankerl bereit: In der Ralliart-Version stehen 240 PS auf Abruf zur Verfügung, wem das noch zu wenig erscheint, wird sicherlich mit der Neuauflage des Evolution glücklich. 295 PS treiben hier ihr munteres Zusammenspiel.

Der Lancer steht ab 21.490 Euro mit dem Diesel-Aggreagt bei den Händlern. Die Preisliste für den Benziner beginnt bei 19.250 Euro. Eine gute Komfortausstattung und ein umfangreicher Sicherheitsschutz mit sieben Airbags und den üblichen elektronischen Helfern sind ab Werk dabei.

Der Fortsetzung der Erfolgsgeschichte des Dauerläufers Lancer steht also nichts mehr im Wege. Schließlich gehört man mit 30 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen.

Text: Elfriede Munsch