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Bei Smart ist alles etwas kleiner, da macht der erste Auftritt alternativer Antriebe keine Ausnahme. Der Smart MHD, der ab Jahresende auf den Markt kommt, ist der erste Mikro-Hybrid des Konzerns. Einen richtigen Hybridantrieb, in dem zwei verschiedene Antriebsenergien zu einem Antriebssystem verschmelzen, hat der Smart nicht. Vielmehr handelt es sich beim MHD um einen neuen Start-Stopp-Generator, der den 52 kW/71 PS Benziner des Stadtflitzers ausschaltet, sobald der Fahrer die Bremse betätigt und das Tempo unter acht Stundenkilometer fällt. Das funktioniert erstaunlich unauffällig und absolut problemlos. Der gewünschte Effekt ist natürlich das Verringern des CO2-Ausstoßes und damit einhergehend eine Verbesserung des Verbrauchs. Der kleine Benziner kommt als Mikro-Hybrid nun auf 103 Gramm CO2 je Kilometer und einen Durchschnittsverbrauch von 4,3 Liter, was einer Verbesserung um 0,4 Liter oder 13 Prozent entspricht. Den fälligen Aufpreis für das System legt Smart erst nach der IAA fest, wenn man weiß, wie der Markt insgesamt reagiert. Man kann davon ausgehen, das er nicht allzu hoch ausfällt, schließlich betont Smart, man habe nur Standardteile verwendet um den Umbau so einfach wie möglich zu halten. Der Preis des MDH bleibt in jedem Fall unter dem des Diesels. Der Mikro-Hybrid kann mit allen Benzinern kombiniert werden. Zum Anfang bleibt er aber dem 71-PS-Motor vorbehalten.

Neue Wege geht Smart mit einem Kunden-Feldversuch in London. In der englischen Hauptstadt rollen ab sofort 100 Elektro-Smarts, die von einem 30 kW E-Motor angetrieben und an der Steckdose betankt werden. Das Layout des Smart war schon in der ersten Generation auf die flexible Aufnahme solcher Techniken ausgelegt. Nun thront unter den Sitzen eine Batterie, die etwa 80.000 Kilometer oder zehn Jahre halten soll. Die Sodium-Nickel-Chlorid-Batterie sorgt voll geladen für eine Reichweite von etwa 115 Kilometern. Das ist absolut ausreichend, für den rein städtischen Betrieb. Die Höchstgeschwindigkeit des E-Smart liegt bei 113 km/h, die in London kaum jemals erreicht werden dürften. Der E-Motor passt genau in die Aufhängung des regulären Verbrennungsmotors. Selbst das Getriebe blieb erhalten, allerdings hat es nur noch die Übersetzung des zweiten Ganges, was sich im Stadtverkehr in Verbindung mit dem E-Motor als ideale Lösung herauskristallisiert hat.

Die britische Hauptstadt ist ein ideales Pflaster, um die Vorteile des Elektro-Antriebs auszuspielen. Zum einen braucht der Smart wenig Parkraum und nur für wenige Cent Strom, zum anderen ist er als E-Mobil von der City-Maut befreit. Beides zusammen ergibt für die Mieter des Wagens, einen Kostenvorteil, der die hohen Leasinggebühren aufwiegt. Vor allem Flottenkunden haben Interesse am E-Smart gezeigt. Durch die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien kann der E-Smart dazu beitragen, die CO2-Bilanz eines Unternehmens zu senken. Ergänzend zum Fahrzeug selbst arbeitet Smart an Infrastrukturlösungen wie Stromtankstellen im öffentlichen Raum, die an ein Flottenmanagementsystem angeschlossen sind. So kann der Flottenbetreiber genau kontrollieren wo sein Fahrzeug in welchem Zustand gerade ist.

Text: Günter Weigel

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