Erste Erfahrungen: Smart fortwo cdi

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Man kann mit dem neuen Smart fortwo CDI nonstop von Paris nach Berlin fahren, aber man muss zum Glück nicht. Der 33-Liter-Tank in Tateinheit mit einem Normverbrauch von 3,3 Litern machen den Smart langstreckentauglich und tankstellenscheu. Der damit einhergehende CO2-Ausstoß von 88 Gramm je Kilometer ist derzeit die Weltbestleistung, Die mögliche Spitzengeschwindigkeit von 135 km/h lässt die lange Autobahnetappe von Hauptstadt zu Hauptstadt aber etwas beschwerlich erscheinen.

Dabei haben die smarten Autobauer aus Stuttgart ihrem Kleinsten in der zweiten Auflage durchaus Manieren beigebracht. Die Schaltung, beim Vorgänger ein Quell ewiger Meckereien, geht ihrer Tätigkeit nun deutlich flotter nach, das automatische freundliche Nicken der Insassen fällt entsprechend kürzer aus. Das Fahrwerk zeigt sich ebenfalls deutlich verbessert. Der Federungskomfort ist autobahntauglich, Landstraßenkurven werden jetzt engagierter genommen, ohne allerdings wirklich Spaß zu machen. Zu sehr bleibt der Zwerg auf der sicheren Seite und schiebt entsprechend seiner Auslegung lieber geradeaus als zackig ums Eck zu gehen. Die besagte Langstreckentauglichkeit leidet allerdings unter der fehlenden Leistung. Mit 33 kW/45 PS ist diesbezüglich kein Staat zu machen. Man bleibt sicherheitshalber rechts und muss sich jeden Überholvorgang gut überlegen. Akustisch gibt sich der stark verbesserte Diesel sehr zurückhaltend. Das ist auch gut so, denn sonst würde er beim besten Teil des Smart-Fahrens, dem offen durch die Stadt Cruisen, stören. Mit einem Tastendruck verwandelt sich der Fortwo in ein Cabrio mit formidablem Windschott, ein zweiter Druck lässt mehr Frischluft zu. Die Dachholme kann man, wie beim Vorgänger, demontieren und in der Kofferraumklappe verstauen. In der Praxis lohnt das kaum. Praktischerweise funktioniert die Wandlung zum Cabrio und zurück bei jeder Geschwindigkeit. Die Sitzposition ist auch für lange Menschen kommod, wenngleich man sich an die relativ hohe Lage der Beine immer wieder neu gewöhnen muss. Nicht gefallen hat uns das verwendete Material der Interieurverkleidung. Der plüschige Stoff erinnerte ein wenig an das ungewollte Resultat der Affäre eines Polyesterpullis mit einem Yoghurt-Becher. Dass kann man in der Mercedes Car Group sonst deutlich besser.

Für den Sparknubbel verlangt Smart mindesten 11.200 Euro, gutes Gewissen inklusive. Allerdings fehlt zum ganz grünen Image noch der aufwändige Partikelfilter. Die verwendete Einfachlösung schafft nur einen Teil des Dieselrußes weg.

Text: Günter Weigel

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