Erste Erfahrungen: Porsche 911 Turbo Cabriolet

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Im vergangenen Jahr sorgte bereits die Neuauflage des 911 Turbo für Aufsehen. Gut zwölf Monate später präsentiert Porsche nun das dazu passende Cabrio.

480 PS und Cabrio: Passt das zusammen? Nun, wenn das Auto aus Zuffenhausen kommt und sich 911 Turbo Cabrio nennt, dann schon. Nicht dass man die Leistung unbedingt braucht, um Spaß am Oben-Offen-Fahren zu haben, aber für eingefleischte Porsche Fans besteht darin auch kein Hindernis. In nur 20 Sekunden verwandelt sich der Wagen zur superschnellen mobilen Sonnenbank. Der Vorgang funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Da Porsche weiterhin auf die traditionelle Stoffmütze statt Klapp-Stahldach setzt, bleiben die wohlgeformten Proportionen des Autos erhalten. Eine gute Isolierung schützt bei geschlossenem Dach vor den lauten Außengeräuschen und erlaubt ungestörten Musikgenuss oder ein Gespräch mit dem Beifahrer.

Das Turbo-Cabrio macht seinem Namen alle Ehre. Wie beim Coupé sorgt der 3,6-Liter Boxermotor für artgerechten Vortrieb. Die technischen Daten klingen schon bei der Aufzählung viel versprechend: 353kW/480 PS und ein maximales Drehmoment von 620 Nm können sich lesen und fahren lassen. Die Leichtigkeit, mit der sich in diesem Auto die schiere Kraft in Vortrieb umwandeln lässt, ist beeindruckend. Nimmt man die Fünfgangautomatik, stürmt der Turbo bei durchgetretenem Gaspedal in nur 3,8 Sekunden auf 100 km/h. Mit manuellem Sechsganggetriebe vergehen 3,9 Sekunden, weil man einmal schalten muss, was eben einen zusätzlichen Wimpernschlag Zeit kostet. Erst bei 310 km/h setzen Luftwiderstand und Übersetzung weiterem Tempozuwachs ein Ende. Dabei bleibt der Wagen stabil in der Spur, reagiert feinnervig auf Lenkbewegungen und bremst, wenn es sein muss, so vehement, wie es sich für ein Top-Modell aus Zuffenhausen gehört. Die Kraftübertragung erfolgt, wie schon bei den beiden Vorgängern, mittels Allradantrieb. Auch dieser ist neu und nun elektronisch gesteuert. Ein Powerdrift ist nicht mehr möglich, was bei der vorhandenen Leistung ganz klar der Sicherheit dient. Zum Trost erhalten Turbo-Fahrer eine Sporttaste, die im mittleren Drehzahlbereich eine Art Booster schaltet, um kurzfristig den Ladedruck der Turbos zu erhöhen.

Das Windschott versieht seine Aufgabe, die Luftströme von den Frisuren oder der Kopfhaut der Insassen fern zu halten, mit Bravur. Trotzdem liegt der Reiz des Offen-Fahrens natürlich weniger im Geschwindigkeitsrausch auf der Autobahn, sondern im gelassenen Dahin-Gleiten auf kurvigen und schattigen Landstraßen. Sehen und gesehen werden und entspannt Auto, Leistung und Begleitung genießen, heißt die Devise. Bei solcher Fahrweise bewegt sich der Durchschnittsverbrauch eher in den von Porsche angegebenen Regionen von 12,9 Litern.(CO2-Ausstoß: 310 g/km) Und im Zweifelsfall vermittelt der Turbo aber die nötige Gelassenheit bei nächster Gelegenheit mit einem kurzen Zwischensprint wieder Raum zu gewinnen.

Ab September steht das Cabrio beim Händler und zum Porsche-Cabrio-Glück muss nur das Wetter mitspielen und das Bankkonto. Mindestens 150.900 Euro müssen an den Porsche-Händler überwiesen werden. Oder anders ausgedrückt: Pro PS sind rund 314 Euro fällig. Dafür gibt es aber auch unter anderem Bi-Xenon-Scheinwerfer, 19-Zoll-Felgen, ein Navigationssystem und ein Bose-Surround-Sound-System obendrein. Eine sehr gute Sicherheitssausstattung gehört natürlich ebenfalls ab Werk dazu.

Text: Günter Weigel

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