Erste Erfahrungen: Ford Mondeo 2007

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Er ist noch nicht einmal auf dem Markt, da hat er schon die ersten Preise und Auszeichnungen erhalten. 150 unabhängige Fuhrparkleiter hatten den neuen Ford Mondeo fast zwei Monate vor seiner Markeinführung am kommenden Wochenende (16. Juni) zum Firmenauto des Jahres gewählt. Dass sich die neue Kölner Mittelklasse dabei gegen Konkurrenten wie Audi A4 oder die Mercedes-C-Klasse durchsetzte, dürfte Ford hoffnungsfroh stimmen, hegt man mit der dritten Generation des einst als Weltauto gefeierten Mondeo doch große Erwartungen. Waren bisher in erster Linie der im saarländischen Saarlouis gebaute Golf-Konkurrent Focus und der kompakte Van C-Max dafür verantwortlich, dass Ford sich allmählich aus der Talsohle verabschiedete, so soll jetzt die dritte Mondeo-Generation als das attraktivste und anspruchsvollste Fahrzeug, das Ford in diesem Segment je angeboten hat (Entwicklungschef Joe Bakaj) dafür sorgen, dass die Konkurrenz wie VW Passat oder Opel Vectra nicht nur ein-, sondern sogar überholt wird.

Vor allem der VW Passat ist den Kölnern längst davon gefahren. Volkswagen hat mehr als viermal so viele Mittelklasse-Autos verkauft und dadurch auch einen weitaus größeren Marktanteil: 21,3 Prozent dieses Segmentes gehen an die Wolfsburger, den Kölnern bleiben gerade mal 5,2 Prozent. Um dies zu ändern, hat Ford sich für das neue Mittelklasse-Modell in allen Fahrzeug-Varianten mächtig ins Zeug gelegt. Von größter Bedeutung ist für Ford dabei das Kombi-Segment, bei den Kölnern traditionell Turnier genannt. Im belgischen Genk, dort wo auch die Modellreihen Galaxy und S-Max entstehen, hat man den neuen Mondeo Turnier seines Lastesel-Images beraubt und einen Lifestyle-Cruiser mit viel Raum gefertigt, der exakt die neue Ford-Formensprache des Kinetic Design wider gibt. Das neue Gesicht mit dem kräftig konturierten Kühlergrill und einer optisch davon deutlich getrennten Motorhaube verspricht mächtige Muskeln. Im Heck bleibt es zwar bei der sprichwörtlich großen Klappe, die rechtwinklig ausgeschnitten ist und bis weit in den Stoßfänger reicht, doch neigt sich die Heckpartie nun ab der Scheibe elegant etwas mehr nach vorn. Die Flanke besticht mit deutlich ausgeformten Radläufen, einer markanten Sicke oberhalb des Seitenschwellers, einer starken Schulter und mit einem auffallenden im Fensterband. Dadurch wirkt der Mondeo elegant und sportlich zugleich, vermittelt fast sogar etwas von der Formensprache eines Alfa 159.

Unsere ersten Erfahrungen mit dem neuen Mondeo ergaben ein deutlich gesteigertes Platzangebot für Personal und Transportgüter. Der neue Mondeo zeichnet sich zudem durch erheblich mehr Hightech an Bord aus. Starterknopf statt Schlüsseldrehung, Sprachsteuerung und Abstands-Regeltempomat: Das sind kleine, aber feine Features, die man in einem Ford der Mittelklasse bisher vergeblich gesucht hat. Zwischen Tacho und Drehzahlmesser leuchtet zudem ein großes Farbdisplay auf, das fast alle Fahrzeugfunktionen deutlich macht. Auch das war man bisher bestenfalls aus der Oberklasse gewohnt.

Ach in Sachen Motorisierung und Fahrwerks-Qualität haben sich die Kölner beim neuen Mondeo nicht zurück gehalten. Dämpfung und Federung sind noch einen Tick harmonischer abgestimmt als beim Vorgänger, bei dem Ford auf diesem Gebiet ebenfalls schon Pluspunkte sammeln konnte. Die Wahl der Motoren (vier Benziner und drei Diesel mit serienmäßigem Rußpartikel-Filter) verdeutlicht ebenfalls den gehobenen Anspruch der neuen Mittelklasse-Reihe, obwohl man erstmals einen prestigeträchtigen Sechszylinder vermisst. An der Spitze rangiert der aus dem Focus ST bekannte Fünfzylinder-Turbo, der 220 PS auf die Kurbelwelle stemmt und an die 250 km/h-Grenze reicht. Außerdem wird wie im S-Max, der zwei Liter große Diesel aus der Kooperation mit Peugeot und Citroën angeboten, der in den Großraumlimousinen130 oder 140 PS leistet. Doch Ford will sich auch die Kundschaft, die über einen etwas kleineren Geldbeutel verfügt, nicht verprellen. Deshalb gibt es den Mondeo zur Markteinführung auch als 1,6-Liter-Benziner und 1,8-Liter-Diesel mit jeweils 100 PS. Im James-Bond-Thriller Casino Royal hatte der neue Mondeo bereits seinen ersten Auftritt, nicht nur für James-Bond-Fans wird er ab Mitte Juni zu Preise ab 21.990 Euro für die Fließheckvariante mit 110 PS in der Trend-Ausstattung. Der Turnier startet in der Ambiente-Version mit ebenfalls 110 PS ab 22.500 Euro. Die viertürige Limousine ist vorerst nur in den gehobenen Ausstattungsvarianten Ghia, GhiaX, Titanium und TitaniumX erhältlich. Anstelle des manuellen Schaltgetriebes bietet Ford für 2000 Euro Aufpreis auch das Automatikgetriebe Durashift-6-tronic an.

Text: Jürgen C. Braun

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