Ein Tag für ein ganzes Rennfahrer-Leben

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Nick Heidfeld nach seinem historischen Ritt durch die grüne Hölle: Das werde ich nie vergessen

BMW hat am letzten April-Wochenende des Jahres 2007 Motorsport-Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal seit fast 31 Jahren, seit dem tragischen Feuerunfall Niki Laudas am 1. August 1976, fuhr wieder ein aktuelles Formel-1-Fahrzeug über die berühmte 22,8 Kilometer lange Nordschleife des Nürburgrings. Pilotiert von BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld, der nach eigenem Bekunden in der Form meines Lebens ist.

Dr. Mario Theissen, Motorsportdirektor des Hauses BMW, musste es notgedrungen zugeben: Nein, meine Idee war es nicht, die kam aus einer anderen Ecke, aber als sie erst einmal geboren wurde, war klar, dass wir das machen würden. Seit fast einem Jahr hatten die Münchener ihre Operation Nordschleife vorbereitet und lange geheim gehalten, bis sie am 28. April dieses Jahres Wirklichkeit wurde. Drei Runden drehte Nick Heidfeld (29) in einem BMW-Sauber-F1.06 nach dem dritten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft bei strahlendem Sonnenschein vor 45.000 Zuschauern auf der berühmt-berüchtigten Grünen Hölle. Rekorde und Rundenzeiten waren nie ein Thema gewesen, es ging nur um das Erlebnis, skizzierte Theissen die Absichten seines Hauses.

Der Formel-1-Bolide wurde dafür auf maximal Höhe gestellt (hinten vier und vorn acht Zentimeter), und dann haben wir soviel down force drauf gepackt, wie möglich war, wie Heidfeld erläuterte. Es war schon ein urkomisches Gefühl, als ich von der Grand-Prix-Strecke links abgebogen bin und dann auf die Nordschleife ging. Durch die Hatzenbach-Kurve, vorbei an Brünnchen, Bergwerk, , durch das Karussell, und schließlich mit 275 Sachen über die Döttinger Höhe wieder Richtung Start-und-Ziel-Geraden.

Es war ein unglaubliches Erlebnis für mich, am liebsten hätte ich den ganzen Tank leer gefahren und noch ein paar Runden drauf gepackt, strahlte Quick Nick nach den drei historischen Runden. Der Mönchengladbacher, der auf dem Ring nicht nur das Auto- sondern auch das Fahrrad fahren gelernt hatte, gesellte seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen ein spektakuläres Erlebnis hinzu: Diesen Tag werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Ein Satz, den die von Extravaganzen jeglicher Art nicht gerade verschonten Formel-1-Cracks auch nicht jeden Tag formulieren. Es war ein einziger Tag für ein ganzes Rennfahrer-Leben.

Text und Bilder: Jürgen C. Braun

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