Erste Erfahrungen: Audi A5 – italienische Schönheit aus Bayern

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Der Audi A5 ist mein schönstes Auto, lässt sich der neue Designchef des VW-Konzerns, Walter de Silva zitieren. Das neue, viersitzige Reisecoupé der Bayern ist sein vorerst letztes Werk für Audi, bevor er zu wichtigeren Aufgaben abberufen wurde. Tatsächlich hat der A5 nur Schokoladenseiten, ohne dabei zu modisch zu wirken. Die dezent geschwungene Seitenlinie gefällt ebenso wie das elegante Heck oder die Front mit den neuen LED-Taglichtlampen. Man wird auch in ein paar Jahren noch Gefallen an diesem Design finden: Eine gute Basis für einen Grand Tourismo im klassischen Stil.

Das Interieur wirkt gewohnt hochwertig, ist aber nicht ganz frei von Kritikpunkten. So fällt die Hand immer wieder ungewollt auf den direkt hinter dem Schalthebel platzierten MMI-Regler und verstellt so versehentlich das Menü. Die Instrumente sind wie früher bei BMW sehr fahrerorientiert platziert, was dem einen oder anderen Beifahrer missfällt. Hinten sitzen Erwachsene höchsten notfalls für kurze Strecken, aber das ist bei dieser Gattung Auto normal. Dafür haben die beiden vorne Reisenden reichlich Platz auch für das Gepäck, denn der Kofferraum schluckt mit 455 Litern neben den Urlaubsutensilien auch manches kulinarische Mitbringsel der Italienreise.

Anders als die GT-Coupés der sechziger oder siebziger Jahre und auch im Gegensatz zu den übrigen Premiumcoupés von heute, setzt Audi auch beim A5 nicht auf Heckantrieb, sondern bleibt seiner Philosophie des Allrad- oder Frontantriebs treu. Das kann man bedauern, aber es schadet nicht. Der A5 basiert auf dem nächsten A4 und hat auch viel vom A6. Das Fahrwerk wurde unter anderem durch eine neue Lenkgeometrie hin zu deutlich mehr Agilität getrimmt, ohne dass der Komfort dabei auf der Strecke bleibt. Diesbezüglich hat man aus der Kritik an zu harten Fahrwerken gelernt. Auch die lange Nase, der große Überhang vor der Vorderachse ist passé. Der Motor sitzt weiter hinten, was sich nicht nur optisch besser macht, sondern auch die Gewichtsverteilung zu Gunsten eines guten Handlings verändert.

Audi bietet für den A5 zur Markteinführung im Herbst einen 3,2 FSI V6 mit 265 PS/195 kW und einen 3,0 TDI mit 240 PS/176 kW an. Außerdem kommt die Sportvariante S5 mit 420 PS aus einem 4,2-Liter-V8 bereits zum Verkaufsstart. Später folgen ein 2,7 TDI und ein 1,8 Turbo-Vierzylinder FSI. Bei ersten Probefahrten konnte vor allem der Sechszylinder-Benziner überzeugen. Sein dezenter Klang passt einfach besser zum eleganten Auftritt des Coupés als der etwas sportlichere, bollerige V8-Sound des S5 oder das bestenfalls auf leise getrimmte Geräusch eines TDI. Zudem hat der 3,2 FSI reichlich Leistung und beschleunigt den A5 in nur 6,1 Sekunden auf 100 km/h. Schluss mit dem Tempozuwachs ist erst bei 250 km/h, wie auch beim S5 oder dem Diesel. Serienmäßig überlässt Audi das Wechseln der sechs Gangstufen dem Fahrer. Für den 3.2 steht ein stufenloses Getriebe zur Wahl. Der Normverbrauch des Direkteinspritzers liegt bei 9,7 Litern. Daraus resultieren 232 g CO2/km. Der TDI ist mit 7,2 l und 192 g CO2/km genügsamer. Der S5 liegt mit 12,4 Litern deutlich darüber.

Die Ausstattung ist mit reichlich Sicherheitsfeatures und einer Klimaautomatik ganz ordentlich. Neuheiten wie das schlüssellose Fahrsystem mit individualisiertem Speicher oder die Rückfahrkamera kosten ebenso extra wie der Bang & Olufsen Soundsystem. Der 3,2 FSI kostet glatte 44.000 Euro, der TDI 45.100 Euro und der S5 immerhin 55.900 Euro. Das ist klassenüblich und geht in Ordnung. Wer das Design günstiger genießen will, muss warten, bis der Vierzylinder für 33.000 Euro kommt.

Text: Günter Weigel

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