Erste Erfahrungen: Škoda Octavia Scout

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Wenn der Autobauer nichts mehr weiß, macht er zwar keinen Kreis, aber verziert seine Fahrzeuge mit ein paar Kunststoff-Planken und verpasst ihnen einen Hauch von Off-Road-Tauglichkeit. So schlecht werden hoffentlich deutsche Straßenbeläge nie sein, dass die angedeutete Robustheit dieser Autos nötig sein müsste. Und so sind die Fahrzeuge à la VW Polo Cross oder Golf Cross zum Glück nur Tarnung im mobilen Verkehrsdschungel.

Keine Mogelpackung ist hingegen der Škoda Octavia Scout. Der Tscheche aus dem VW-Konzern verfügt nicht nur über alle Attribute eines kernigen Scheins, sondern auch über die Techniken des geländefähigen Seins. Der Scout basiert auf dem Octavia Combi 4×4 und übertrifft diesen in der Länge um rund einen Zentimeter, so dass er sich auf 4,58 m erstreckt. Der Pfadfinder macht seinen Namen alle Ehre, hat er doch eine Bodenfreiheit von 18 Zentimeter, einen Unterbodenschutz und den bekannten Allradantrieb. Dieser ermöglicht dank seiner variablen Kräfteverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse gute Traktion auch bei winterlichen Straßenbedingungen oder abseits der asphaltierten Wege. Kernstück des Antriebsstrangs ist die vor der Hinterachse eingebaute Haldex-Lamellen-Kupplung. Sie reagiert blitzschnell elektronisch gesteuert auf geänderte Traktionsverhältnisse und sorgt dafür, dass die Antriebskräfte immer zu den Rädern mit der besten Haftung geleitet werden. Für die nötigen Kraftreserven für das Wühlen durch Matsch und Schnee stehen die zwei leistungsstärksten Motoren der Octavia-Baureihe zur Auswahl. Hier dürfte der 2,0-Liter Selbstzünder mit 103 kW/140 PS die beste Wahl sein. Durch sein Drehmoment von 320 Nm bei bereits 1.750 Umdrehungen passt der Motor gut zu Einsätzen abseits der Straßen (Spitze: 197 km/h). Außerdem gibt er sich sparsam (Verbrauch: 6,4 Liter, CO2: 173 g/km), nur akustisch ist er für empfindliche Ohren eine dröhnende Zumutung. In dieser Hinsicht benimmt sich zwar der 2,0-Liter-Benziner mit 110 kW/150 PS deutlich gesitteter, doch auch durstiger. Durchschnittlich fließen hier 8,7 Liter (CO2: 207 g/km) durch die Leitungen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h.

Damit der Scout auch optisch gut daher gefahren kommt, steht der Wagen auf 17-Zoll Felgen. Die vorderen und hinteren Stoßfänger wurden für den Wagen neu gestaltet, Schutzleisten an den Radhäusern, ein schwarze Dachreling und in der Frontschürze integrierte Nebelscheinwerfer unterscheiden ihn von den anderen Octavia-Modellen. Ab 26.590 Euro für den Benziner und ab 28.290 Euro für den Diesel stehen die Scouts beim Händler. Die Komfortausstattung ist ordentlich mit unter anderem einer Klimaautomatik, Lederlenkrad und einer Pedalerie aus Edelstahl. Wozu allerdings der nicht sonderlich formvollendete Handgriff auf der Beifahrerseite gut sein soll, bleibt ein Geheimnis der Designer: immerhin ist der Griff im Grundpreis inklusive.

Text: Elfriede Munsch

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