Erste Erfahrungen: Peugeot 207 cc

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Innerhalb von sechs Jahren wurde der kleine Klappdach-Franzose dreimal zu Deutschlands meist verkauftem Cabrio. Ab sofort steht der Nachfolger des Peugeot 206 cc, der 207 cc, bei den Händlern und soll, wie schon im Jahre 2001 der 206 cc, wieder ein Griff nach den Sternen werden. Denn als solchen hatten die Marketing-Strategen des Hauses damals mit einem süffisanten Seitenhieb auf die schwäbische Konkurrenz vom Mercedes SLK gezielt, der allerdings in einer anderen Liga spielte.

Sechs Jahre sind im Automobilbau eine lange Zeit, und die nutzte Peugeot, um die Technik des 206 cc, der sich seinerzeit neben dem SLK als einziges Auto per Knopfdruck vom Coupé in ein Cabrio verwandelte, zu verfeinern. So bietet der 207 CC mehr Platz, mehr Komfort, mehr Sicherheit und auch der Rest an Handarbeit ist verschwunden. Eine mechanische Handentriegelung ist nicht mehr vonnöten, ein kurzer Druck auf den in der Mittelkonsole angebrachten Heinzelmännchen-Knopf und der 207 CC verwandelt sich innerhalb von 25 Sekunden vom Coupé zum Cabrio oder auch umgekehrt.

Eine neue Plattform mit größerem Radstand beschert dem 207 CC auch neue Proportionen. Um stattliche 20 Zentimeter in der Länge, um gute acht in der Breite und fast drei Zentimeter in der Höhe hat der chice Franzose zugelegt. Das neue Design wirkt in etwa so, als hätte man den Vorgänger seines Babyspecks beraubt und dem Nachfolger eine optisch ansprechende Frühjahrsdiät verpasst.

Die neu gewonnenen Zentimeter-Freiheiten machen aus dem 207 cc allerdings kein Auto, das bisher nicht gekannte Bedürfnisse befriedigt. Die Sitze im Fond taugen auch in der Neu-Auflage bestenfalls als Notsitze, doch die Franzosen sind zumindest so ehrlich, um den 206-Nachfolger trotz der zusätzlichen fünf Zentimeter an Beinfreiheit nicht als Mogelpackung verkaufen zu wollen. Allerdings, so ein Sprecher, schätzten die Händler die Sitze als Verkaufsargument und schließlich offeriere man mit dem 307 cc ja auch eine größere Hausnummer. Allerdings bleiben in der offenen Version nun unter der Schutzrolle im Kofferraum zumindest noch 145 Liter Stauraum übrig. Zudem erhält er als erstes Cabrio seines kompakten Segmentes einen pyrotechnischen Überrollschutz. Ein Sprengsatz unter den beiden verchromten Bügeln hinter dem Fond verschafft bei einem Überschlag 20 Zentimeter zusätzlichen Sicherheitsraum. Was wir während unserer ersten Testfahrten im strömenden Regen auch zu unserer Zufriedenheit feststellen konnten: Das Dach ist dicht, während es beim Vorgänger in dieser Hinsicht schon einmal Reklamationen wegen durchsickernden Regenwassers gab.

Für den Antrieb sorgen zur Markteinführung in diesen Tagen ein 120 PS starker 1,6-Liter-Benziner, der für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h sorgt und auf uns schon einen recht munteren Eindruck machte. Der gleich große Turbomotor leistet zwar 30 PS mehr, ist aber lediglich 10 km/h schneller Auch die Dieselvariante hat bei 109 PS einen Hubraum von 1,6 ist 193 km/h schnell. Bei einem vom Hersteller angegebenen Durchschnittsverbrauch von 5,2 Liter auf 100 Kilometer eine überdenkenswerte Alternative. da die Benziner 6,5 oder 7,2 Liter verbrauchen sollen.

Was sich nicht geändert hat in der zweiten Klappdach-Auflage sind die Preise, zumindest bis zum 30. April. Die Preisliste beginnt bei 18.450 Euro und liegt bis zu diesem Datum auf dem gleichen Niveau wie zuletzt beim 206 cc. Ab 1. Mai kostet der Frischluft-Franzose 500 Euro mehr. Über Erfolg oder Misserfolg des 207 cc muss man sich im Hause Peugeot aber offensichtlich keine Gedanken machen. Bereits im ersten Monat des Vorverkaufs wurden pro Tag einhundert Kaufverträge registriert.

Text: Jürgen C. Braun

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