Genfer Salon: Spagat zwischen CO2 und PS

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Wir sind gar nicht so schlimm, wie wir in der Öffentlichkeit gemacht werden, könnte als Slogan über den Ständen der Aussteller des Genfer Salon stehen. Vor allem die deutschen Hersteller, allen voran VW, stellen die Sparsamkeit oder zumindest die Effizienz ihrer Modelle in der Vordergrund. Der neue Passat Blue Motion (5,1 Liter/100 km, 136 g/CO2/km) beispielsweise gibt VW-Chef Winterkorn Anlass zu der Feststellung, dass im Konzern 78 Fahrzeuge im Angebot sind, die weniger als sechs Liter verbrauchen. Dass der neue Audi A5 nicht dazugehört, muss ihn nicht kümmern. Das edle Coupé ist weltweit sicher kein Nischenmodell und kann sich auch in Zeiten, da die CO2-Diskusssion weiter geht, sehen lassen. Man muss ja nicht die S-Version mit 354 PS nehmen. Ebenso wenig wie man bei BMW den neuen M3 kaufen muss. Bemerkenswerter ist da schon der Spritverbrauch des frisch renovierten 530i, der als Benziner mit 7,5 Litern auskommt, und das mit 272 PS. Mit dem 118i hat BMW nun auch ein Auto im Angebot, dass die 140 Gramm CO2-Hürde nicht reißt.

Mercedes zeigt in Genf die neue C-Klasse und lässt sich beim Umweltschutz nicht lumpen. Als C 220 Bluetec erfüllt die Limousine auch die erst angedachten EU6 Werte für Diesel und alle amerikanischen Abgasnormen. Dabei leistet der Sauber-Diesel 170 PS und soll mit 5,5 Litern Diesel auskommen. Mit dem Smart hat der Konzern ohnehin ein Sparmobil im Angebot und präsentiert den neuen Zweisitzer auch prominent in Genf.

Die reine Vernunft waltet nicht am Opel-Stand, wenngleich die Rüsselsheimer einen Corsa zeigen, dessen 1,3-Liter-Dieselmotor so optimiert wurde, dass er nun einen CO2-Ausstoß von 119 g/km ausweist, statt bislang 124 g/km. Ergänzt wird der Öko-Corsa durch die neue Studie GTC, die einen imposanten Ausblick auf das Opel-Design für einen neuen Vectra gibt.

Bei Ford dreht sich alles um den neuen Mondeo, der als Stufen- oder Fließheck und als Kombi angeboten wird.

Hybridpionier Toyota zeigt mit der Studie Hybrid X wie der Nachfolger des Prius aussehen könnte. Mit Lithium-Ionen Batterie steigt die Leistung bei sinkendem Verbrauch. Die Luxuslimousine Lexus LS 600h ist kein Messeneuling mehr, zeigt in Genf aber einmal mehr das Potential des Hybridantriebes auf. Das nicht nur die reine Vernunft aus Japan kommt, beweißt ebenfalls Lexus mit der IS-F, einer Sportlimousine im BMW M3 Leistungsspektrum über 400 PS. Honda setzt ebenfalls auf Hybrid und unterstreicht mit einen neuen Sportwagenstudie, dass ein solches Fahrzeug nicht langweilig sein muss. Die Koreaner haben auch entdeckt, dass wirtschaftliche Antriebe gut fürs Image sind und offerieren einen Rio mit Hybridtechnik. Daneben gibt es die Kombi- und Cabrio-Version des neuen C'eed zu sehen.

Apropos Cabrio: Peugeot hat mit dem 206 CC vor sechs Jahren den Boom der kleinen und bezahlbaren Cabriolets mit Klappdächern eingeläutet. Jetzt steht der 207 CC in den Startlöchern und soll der Löwenmarke aus ihrem Absatztief heraushelfen. Renault leidet auch nicht gerade unter überschäumenden Absatzerfolgen. Hier hoffen die Händler, dass der Kleinwagen Twingo wieder die Kunden lockt. Fast 14 Jahre hat der beliebte Autozwerg auf seinem Buckel, höchste Zeit für eine Ablösung. Um eine Kombiversion wird die Clio-Baureihe erweitert. Das in Genf vorgestellte Konzeptfahrzeug Clio Grand Tour Concept lässt ahnen, wie der kleine Clio-Lader aussehen könnte. Klein und knuffig geht es auch bei Škoda und Daihatsu zu. Der neue Fabia steht bereit, ebenso wie die Neuauflage des Herzchen (Cuore).

Aber nicht nur Kleinwagen und Sparwunder sind in der Schweiz vertreten. SUV-Fahrzeuge haben ihren großen Auftritt. So hat Mazda auch den CX-7 im Gepäck, Nissan hat den neuen X-Trail mitgebracht und Mitsubishi den Outlander mit der Studie V6 Concept und 162 kW/220 PS.

Text: Günter Weigel

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