Test-Tour: Subaru B9 Tribeca

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Gebaut in den USA, versehen mit einem Namen, der an Lifestyle und US-Label erinnert, doch Erfolge soll er (auch) auf dem alten Kontinent einfahren. Das ist die Aufgabe des ersten Siebensitzer-SUV von Subaru, dem B9 Tribeca.
Der Name B9 Tribeca ist ein Kunstwort aus der Welt des Big Apple. Das B steht für Boxermotor, und 9 war die hausinterne Bezeichnung. Weit weniger nüchtern, sondern mehr Trendy und Groovy ist die Wortformation Tribeca, die an eines der aufregendsten Viertel New Yorks, die Triangle Below Canal Street, erinnert. Genau so ungewöhnlich wie der Name ist aber auch die Tatsache, dass ausgerechnet Allradspezialist Subaru jahrelang hinter der Entwicklung hergehinkt ist und erst jetzt einen SUV auf den Markt bringt. Mit dem edel anmutenden Siebensitzer will Subaru nicht nur eine Angebotslücke schließen, sondern gleichzeitig auch den Nachweis erbringen, dass man auch gegen Platzhirsche wie Volkswagen Touareg, Audi Q7 Mercedes-Benz M-Klasse oder BMW X5 bestehen kann und gewichtige Kauf-Argumente hat.
Nicht nur Freunde des japanischen Allrad-Spezialisten werfen beim ersten Kennen lernen mehr als nur einen Seitenblick auf das Blechkleid des Japaners. Da steckt nicht nur die neue eigene Design-Philosophie dahinter, sondern auch ein bisschen Porsche Cayenne, zumindest die Frontansicht verstärkt diesen Eindruck. Groß, mächtig (4,86 Meter lang, 2,75 Meter Radstand, 1,9 Tonnen schwer) ist der traditionell mit einem Boxer-Aggregat ausgestattete SUV kein Bantamgewichtler, sondern eher ein Vertreter der Klitschko-Fraktion.

Der Dreiliter-Sechszylinder unter der Haube leist 180 kw/245 PS und hat bei 4.200 Umdrehungen pro Minute ein maximales Drehmoment von 297 Newtonmeter. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der 1,9 Tonnen schwere Allradler in 9,7 Sekunden, bei 200 km/h ist Schluss mit Vortrieb. Auf Explosivität allerdings ist das Tribeca-Konzept nicht ausgelegt. Dessen Stärken sind ein enormes Platzangebot, der vom Hersteller bekannte dynamische Allradantrieb und schließlich auch eine sehr gute Serienausstattung. Da muss man bei vergleichbaren Fahrzeugen in der Regel schon mal heftig mit der Zubehörliste flirten, um das gewünschte Paket zu erhalten.

An Platz mangelt es im Tribeca beileibe nicht, wem fünf Sitzplätze nicht reichen, der findet Abhilfe im Topmodell Tribeca 3.0R Exclusive, das im ansonsten bis zu 1.671 Liter großen Kofferraum zwei weitere Sitze beinhaltet, auf denen das Raumangebot allerdings eingeschränkt ist. Der gesamte Innenraum strahlt eine sehr angenehme, wohltuende und gediegene Atmosphäre aus, von der erhöhten Sitzposition des Fahrers sind alle Instrumente leicht und logisch angeordnet zu erreichen. Die elegante Mittelkonsole in Verbindung mit dem großen Touch-Screen-Display zeigt die Richtung an, die der erste Subaru-SUV einschlägt: es geht ganz klar ins Premium-Segment. Ungemein hilfreich im Umgang mit dem Schwergewichtler ist die Rückfahrkamera, die ein sehr präzises Bild vermittelt.

Überzeugte uns der Motor durch seine überaus große Drehfreudigkeit, so wurde der Eindruck durch die ziemlich unentschlossen wirkende Fünfgang-Automatik leider etwas getrübt. Diese hetzt mitunter recht nervös zwischen den Fahrstufen hin und her. Das Antriebs-Angebot soll in absehbarer Zeit erweitert werden. Auf dem Genfer Frühjahrssalon will Fuji Heavy Industries den ersten Diesel-Boxermotor präsentieren, der dann auch im neuen Topmodell Verwendung finden soll.

Unsere Fahreindrücke bestätigen die Herkunft des Autos: typisch US-amerikanisch ein wenig weich abgestimmt, ist der Tribeca eher ein Raumgleiter, dem schnelle Kurvenpassagen etwas gegen das Gemüt gehen. Nickbewegungen verspüren die Insassen zwar so gut wie keine, dafür macht sich im Extremfall schon einmal ein Hang zur Seitenneigung bemerkbar. Die Verbrauchsdaten, die der Hersteller angibt (12 Liter Super auf 100 Kilometer) empfanden wir in des Wortes wahrster Bedeutung als Fabel-haft, verwiesen sie also in das Reich der Fabel. Irgendwo zwischen 14 und 15 Liter pendelte sich je nach Fahrweise der Durst des Sechszylinders ein.

Unser Gesamteindruck: Was lange währt, wird endlich gut. Subaru kann mit diesem Edel-Allradler mit berechtigten Verkaufshoffnungen in der Upper Class in den Ring steigen und wird seine Marktposition mit dem Diesel-Aggregat – so es die entsprechende Leistung vorweist – noch verbessern. Die Preisliste für den Subaru B9 Tribeca beginnt bei 47.500 Euro.

Text: Jürgen C. Braun

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