Erste Erfahrungen: smart fortwo 2007

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Nicht bloß zum Parken…so langsam muss der Smart Fortwo aus den Puschen kommen. Der kleine zweisitzige Flitzer ist seit 1998, fast zehn Jahre also, auf dem Markt. Seine Entwicklung und die seiner Derivate hat viel Geld und den verantwortlichen Managern und Controllern viele Nerven gekostet. Lange hat es gedauert, bis sich der Kleine vorwiegend in den Großstädten wie Rom, Madrid oder Berlin als praktisches Parkmobil etablieren konnte. In der Zwischenzeit wurde die schöne bunte Smartie-Vielfalt auf nur eine Baureihe reduziert, der Viersitzer und der Roadster wurden mangels Verkaufserfolg eingestellt, andere Zukunftsideen wurden in die Ablagen P wie Papierkorb gelegt.

Aber für die Zukunft soll (natürlich) alles Besser werden. Die zweite Generation des Fortwo kommt Anfang April als Coupé und Cabrio zu den Händlern. Auf den ersten Blick sind nicht viele Veränderungen zu erkennen. Das knuffige und kompakte Design sind erhalten geblieben, ebenso wie das Zweifarb- und Zweimaterialkonzept. Auf den zweiten Blick jedoch fällt auf, dass der Smart ordentlich gewachsen ist und zwar um 20 Zentimeter auf nun 2,70 Meter Länge. Das Wachstum resultiert aus Anforderungen beim Crashtest für Fußgänger- und Insassenschutz. Außerdem soll der Smart auch alle sicherheitsrelevanten Tests in den USA bestehen, schließlich ist geplant, den Fortwo den Amerikanern als trendiges und umweltfreundliches Mobil schmackhaft zu machen.

Im Innenraum finden wie gehabt zwei Passagiere ihr Plätzchen. Allzu lang sollte der Fahrer nicht sein, sonst stoßen die Knie unsanft an das Armaturenbrett. Unpraktisch ist auch, dass das Lenkrad nur eine feste Position kennt und sich nicht in der Tiefe oder Höhe verstellen lässt. Der Kofferraum hat ebenfalls zugelegt, jetzt passt mehr als eine Wasserkiste hinein. Das Volumen stieg von150 auf 220 Liter. Das Cabrioverdeck lässt sich bei jeder Geschwindigkeit per Knopfdruck öffnen und schließen.

Und wie fährt sich der neue Fortwo? Deutlich besser! Die neue Fünfgang-Automatik sorgt für angenehmere Gangwechsel als beim Vorgänger. Jetzt kann die Schaltung sogar mehrere Stufen überspringen. Die typischen und nervigen Kopf-Nick-Bewegungen sind nun auf ein Minimum reduziert. Da die Spur verbreitert wurde, liegt der Smart satter auf der Straße, nicht jede Querfuge kommt bei den Passagieren als Gruß von der Straße an. Außerdem haben die Ingenieure dem Auto mehr Leistung verpasst. Drei 1,0-Liter Dreizylinder mit 45 kW/61 PS, 52 kW/71 PS und als Turbo mit 62 kW/84 PS stehen zur Auswahl. Bei ersten Testfahrten bewiesen die 71 und 84 PS Versionen ihre Qualitäten nicht nur im Stadtverkehr, sondern auch auf der Autobahn. Die Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h ereichten die Triebwerke ohne Anstrengung. Trotzdem spielt der Smart natürlich seine Vorteile im Stadtverkehr aus und nicht nur beim Parken, sondern auch beim Rangieren Dank eines Wendekreises von unter neun Metern.

Beim Verbrauch geben sich die Motoren mit rund fünf Litern recht sparsam. Ein Selbstzünder mit 33 kW/45 PS folgt im Sommer. Zum Jahresende bringen die Brabus Spezialisten ihre Version in den Handel und verwandeln den nur 770 Kilogramm schweren Winzling mit rund 100 PS in einen mehr als flotten Flitzer. Gut das der Wagen schon serienmäßig ESP mit an Bord hat.

So sehr der Fortwo beim Umgang mit knappen Parkraum geizt, so wenig darf der Interessent der Geiz ist geil-Mentalität verfallen sein. Zwar beginnt die Preisliste bei 9.490 Euro für das Coupé mit dem 51 PS-Motor, doch wer Wert auf Annehmlichkeiten legt, muss schon zu den höheren Ausstattungslinien greifen und/oder die Aufpreisliste zur Hand nehmen. Ein Radio ist natürlich genauso wenig im Lieferumfang enthalten wie elektrische Fensterheber. So gehen die Preise schnell nach oben. Das obere Ende markieren 16.240 Euro für den Diesel in der höchsten Komfortversion, Klima inklusive, die Servolenkung kostet trotzdem 460 Euro extra. So gesehen, sind die Park-Vorteile teuer erkauft, aber immerhin freut sich das Umweltbewusstsein, da der Smart nur maximal 122 CO2 g/km emittiert.

Text: Elfriede Munsch

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